Fast 3.200 Menschen nahmen am Samstag in Lyon an einem Marsch teil, um Quentin Deranque zu ehren, einen 23-jährigen Studenten, der eine Woche zuvor an Verletzungen aus Zusammenstößen mit der extremen Linken gestorben war. Die Demonstration verlief ruhig, doch die Präfektur kündigte an, den Fall wegen Nazi-Grußen sowie rassistischer und homophober Beleidigungen während des Zuges der Justiz zu übergeben. Es wurden verschärfte Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um Vorfälle zu verhindern.
Der Marsch im Gedenken an Quentin Deranque, organisiert von der rechtsextremen Bewegung, versammelte am Samstag, dem 21. Februar 2026, rund 3.200 Menschen in Lyon, so die Präfektur des Rhône-Départements. Der 23-Jährige starb am 14. Februar an Verletzungen, die er am 12. Februar bei gewaltsamen Auseinandersetzungen am Rande einer Veranstaltung von Rima Hassan an der Sciences Po Lyon erlitten hatte, an der Nationalisten und Antifaschisten beteiligt waren. Sieben Personen sind bereits im laufenden Ermittlungsverfahren angeklagt. Die Organisatoren hatten strenge Regeln festgelegt: keine Flaggen außer französischen, keine politischen Kennzeichen, keine Sturmhauben oder sichtbaren Tätowierungen, um Übergriffe zu vermeiden und den Auflagen der Präfektur für die Genehmigung zu entsprechen. Der Zug startete am Platz Jean Jaurès für eine 1,4 km lange Strecke bis zur Rue Victor Lagrange – dem Ort des Überfalls – und verlief weitgehend ohne größere Zwischenfälle. Porträts des Verstorbenen wurden vorne getragen, Kränze wurden niedergelegt, begleitet von einem Banner mit der Aufschrift 'Adieu camarade'. Es gab Reden, darunter eine des nationalen Aktivisten Raphaël Ayma, der sagte: 'Wir werden gewinnen, weil wir die Guten sind!' Zuvor fand eine Messe in der Kirche Saint-Georges statt. Insgesamt demonstrierten fast 3.700 Menschen in ganz Frankreich, mit Kundgebungen in Rennes, Brest, Saint-Brieuc und Châteauroux. In Rom gab es eine ähnliche Gedenkveranstaltung ohne Parteibanner. Trotz der allgemeinen Ruhe identifizierte die Präfektur Nazi-Gruße und Beleidigungen wie 'Nieder mit den Drecksäcken! Den Schwulen!' in Videos aus sozialen Medien. Eine Person wurde wegen Mitführens einer Waffe festgenommen. Antifaschistische Gegenkundgebungen zogen insgesamt etwa hundert Teilnehmer an. Der Lyon-er Bürgermeister Grégory Doucet hatte die Absage des Marschs gefordert aus Angst vor Gewalt, während Emmanuel Macron zur Ruhe aufrief und ein Treffen zu gewalttätigen Gruppen ankündigte. Die Familie von Quentin Deranque nahm nicht teil und forderte ein gewalt- und politikfreies Gedenken. Persönlichkeiten wie Yvan Benedetti und Marc de Cacqueray-Valménier waren anwesend, doch das Rassemblement National riet seinen Mandatsträgern von einer Teilnahme ab.