Die Einzelhandelsinflation in Indien stieg im April auf ein 13-Monats-Hoch von 3,48 Prozent, während sich die Großhandelsinflation auf 8,3 Prozent mehr als verdoppelte. Die Anstiege sind hauptsächlich auf höhere Kraftstoff- und Lebensmittelkosten angesichts des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten zurückzuführen.
Indiens Einzelhandelsinflation lag im April bei 3,48 Prozent und damit leicht über den 3,4 Prozent vom März, wie aus offiziellen Daten hervorgeht. Die Großhandelsinflation stieg im gleichen Zeitraum von 3,88 Prozent auf 8,3 Prozent, was den höchsten Stand seit 42 Monaten markiert. Kraftstoff- und Energiepreise führten den Anstieg im Großhandel mit einem Plus von 24,71 Prozent an, wobei die Preise für Erdöl und Erdgas um 67,2 Prozent in die Höhe schnellten. Der indische Erdölminister Hardeep Singh Puri stellte fest, dass staatliche Ölgesellschaften seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran monatliche Mindereinnahmen von fast 30.000 Crore Rupien aufgefangen haben. Auch die Lebensmittelpreise trugen zu dieser Entwicklung bei, wobei der Verbraucherpreisindex für Lebensmittel auf 4,2 Prozent stieg. Die Preise für gewerbliche Flüssiggasflaschen haben seit Beginn des Konflikts um 850 bis 1.000 Rupien zugenommen. Premierminister Narendra Modi rief zur Zurückhaltung bei Hochzeitsausgaben und Auslandsreisen auf, während die Regierung die Importzölle auf Gold und Silber erhöhte. Die Rupie ist in den vergangenen zweieinhalb Monaten gegenüber dem Dollar um 8,5 Prozent gefallen. Die Reserve Bank of India steht nun unter Druck, innerhalb ihres Inflationskorridors von 2 bis 6 Prozent zu agieren, da sich die vorgelagerten Kosten weiter aufbauen.