Der israelische Sportpsychologe Nimrod Mon Brokman arbeitet mit Lakshya Sen bei den All England Badminton Championships. Seine unkonventionellen Methoden, wie Radfahren unter hypoxischen Bedingungen, fördern Sens Halbfinallauf. Mon lobt Sens Temperament, Herausforderungen lachend ins Auge zu blicken.
Nimrod Mon Brokman, der mit Athleten in seiner in Bangalore ansässigen Behavioral Foresight-Einrichtung arbeitet, begleitet Lakshya Sen seit Mitte 2025. Er half Sen, das Missverständnis auszuräumen, dass sein vierter Platz bei den Olympischen Spielen in Paris ein Versagen gewesen sei. Mon sagt: „Es war tatsächlich ein außergewöhnliches Ergebnis. Er qualifizierte sich mit nur noch zwei Turnieren übrig, während er mit einer Verletzung kämpfte, und hatte trotzdem einen brillanten Lauf auf höchstem Wettbewerbsniveau – etwas, das Indien hoch hätte schätzen sollen.“ nn Rückkehr nach Paris zu den Weltmeisterschaften 2025 verlor Sen in der ersten Runde gegen Shi Yuqi, denselben Gegner, dem er später beim All England gegenüberstand. Doch Mon sieht darin einen Wendepunkt. „Am Scoreboard sieht man es vielleicht nicht, aber dieses Match war ein Wendepunkt. Es hat mir gezeigt, dass er alles hinter sich gelassen hatte.“ nVerletzungen sind ein wiederkehrendes Problem für Sen, besonders am Rücken, aufgrund seines zermürbenden, abrufenden Spielstils. Dennoch hebt Mon Sens Reife im Umgang hervor. „Alle Athleten verletzen sich. Nach den ersten Malen passen sich die reifen Athleten daran an – sie verstehen Belastung und Entlastung, die Wichtigkeit der Erholung. Lakshya ist darin brillant. Sogar inspirierend.“ nMon sieht bei Sen wenig Furcht vor harten Herausforderungen, ein Zug, den er mit Elite-Militäreinheiten wie den Special Forces oder 9 Para vergleicht. Sie feilen an einer Einstellung, die Muhammad Alis Übermut mit Rafael Nadals Geduld verbindet, passend zu Sens Spiel. Beim All England hat dies ihm geholfen, geduldig gegen Gegner wie Li Shifeng zu bleiben und verlorene Vorsprünge ohne Panik zu meistern. nMon gibt zu, dass das Lernen gegenseitig war. Auf seiner ersten Reise mit Sen lief eine Comedyshow, was zu Sitzungen mit Witzen führte. „Ich war mir nicht so sicher“, lacht Mon. „Aber wir haben die Sitzung mit Witzen und Lachen absolviert, und ich habe erkannt: Man muss dem Gehirn erlauben, offen zu bleiben, auch in intensiven Einheiten.“ Sen lehrte den Psychologen den Wert des Abschaltens und leichteren Zurückkehrs.