Ein spezielles TADA-Gericht in Jamnagar verurteilte am Montag 12 Personen in einem Fall, der mit den Bombenanschlägen von Mumbai 1993 in Verbindung steht. Das Urteil stützte sich auf das Geständnis von Usmangani Noor Mohammad Merchant aus dem Jahr 1994, in dem ein Treffen im Januar 1993 in der Residenz des flüchtigen Gangsters Dawood Ibrahim in Dubai detailliert beschrieben wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass eine Verschwörung zur Rache für den Abriss der Babri-Moschee 1992 vorlag.
Der zuständige TADA-Richter RP Mogera akzeptierte Usmanganis Aussage als Beweismittel und stellte fest, dass diese ohne Nötigung durch den damaligen stellvertretenden Generalinspekteur (DIG) Rajkumar James Benjamin aufgezeichnet worden war. Usmangani, der zum inneren Kreis von Dawood gehörte, beschrieb ein spätabendliches Treffen in Dawoods Residenz in Dubai zwischen dem 11. und 15. Januar 1993, bei dem Rachepläne für den Abriss der Babri-Moschee geschmiedet wurden. Er sagte aus: „Hindus haben Gräueltaten an Muslimen in Bombay und anderen Orten in Indien begangen. Daher muss Rache geübt werden.“ Dawood erwähnte Waffen, Sprengstoffe, Gewehre, Munition und Granaten, die aus Pakistan stammten und über die Schiffe von Mustafa Dossa nach Indien gebracht wurden.
Tiger Memon, Anees Ibrahim, Chotta Shakeel und andere übernahmen die Verantwortung für die Verteilung der Waffen und die Entsendung von Männern zur Ausbildung nach Pakistan. Eine Woche später teilte Dossa Usmangani mit, dass die Waffen, die von der pakistanischen Marine auf hoher See geliefert worden waren, Indien erreicht hätten. Am 12. März 1993, nach den Bombenanschlägen in Mumbai, bestätigte Dossa die Beteiligung von Tiger Memon.
Das Gericht verurteilte 12 Männer; Salim Kutta und Mamumiya Panjumiya wurden zu sieben Jahren Haft verurteilt, die übrigen zu fünf Jahren Zuchthaus. Zu den Verurteilten gehören unter anderem Osman Umar Koerja, Harun Adam Sanghar Vadher und Ahmed Ismail Oliya. Die Polizei brachte sie mit der Anlandung von Waffen nahe der Gosabara-Brücke in Verbindung, bei der AK-Gewehre, Munition und Granaten sichergestellt wurden.
Der ehemalige Unterinspektor Dilipsinh Vaghela berichtete, wie die Vernehmung eines Seemanns im Juni 1993 zu der Aufdeckung der Verschwörung führte, woraufhin er am 15. Juli das erste Informationsprotokoll (FIR) erstattete, in dem Dawood als Erstgenannter aufgeführt wurde. Der „Gosabara-RDX-Landungsfall“ erstreckte sich über drei Jahrzehnte und umfasste hochrangige IPS- und IAS-Beamte als Zeugen. Das Gericht ordnete an, die beschlagnahmten Waffen nach Abschluss des Berufungsverfahrens zu vernichten.