Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat ein neues Bundesgesetz unterzeichnet, das elektronische Fußfesseln für Aggressoren in Fällen häuslicher Gewalt gegen Frauen vorschreibt, deren Leben oder Unversehrtheit gefährdet ist. Die Maßnahme ergänzt die Lei Maria da Penha und ist seit ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt am 10. April 2026 landesweit in Kraft. Die Genehmigung reagiert auf alarmierende Statistiken zu Verstößen gegen Schutzanordnungen.
Das am Freitag (10.) veröffentlichte Gesetz schreibt eine elektronische Überwachung vor, wenn eine Gefahr für das Leben oder die körperliche oder psychische Unversehrtheit des Opfers besteht. Während die Maßnahme zuvor optional war, müssen Richter eine Ablehnung der Fußfessel nun begründen.
Daten des Fórum Brasileiro de Segurança Pública verdeutlichen systemische Mängel: Zwischen 2021 und 2024 hatten 13,1 % der Femizidopfer in 16 Bundesstaaten Schutzanordnungen, dennoch wurden 148 von 1.127 Frauen trotz offiziell anerkannter Gefährdung getötet. Im Jahr 2024 kam es zu über 100.000 Verstößen – 18,3 % der 555.001 erlassenen Maßnahmen –, wobei 52 Frauen trotz gerichtlichen Schutzes ermordet wurden. Insgesamt verzeichnete das Land 1.492 Femizide, der höchste Stand seit 2015.
Die Fußfessel definiert Ausschlusszonen für den Täter, alarmiert das Opfer per App oder Gerät und benachrichtigt die Polizei in Echtzeit. Verstöße führen zu einer Strafverschärfung um ein Drittel bis zur Hälfte. Richter oder Delegierte können die Maßnahme anordnen, wobei eine gerichtliche Überprüfung innerhalb von 24 Stunden erfolgen muss, wobei Fälle mit vorangegangener Nichteinhaltung oder unmittelbarer Gefahr priorisiert werden.
Mindestens 6 % des Nationalen Fonds für öffentliche Sicherheit werden die Geräte finanzieren. In diesem Monat startet das Justizministerium das Pilotprojekt Alerta Mulher Segura in drei Bundesstaaten, das die Fußfesseln der Täter mit den digitalen Uhren der Opfer verknüpft.