Die Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am Donnerstag (9.) eine Verordnung veröffentlicht, die das nationale Protokoll zur Untersuchung von Straftaten gegen Journalisten einführt. Das Dokument stärkt die Ermittlungsmechanismen und schreibt unter anderem vor, dass Polizeiberichte einen Bezug zur journalistischen Tätigkeit vermerken müssen. Dies wurde am Dienstag (7.) bei einer Zeremonie im Palácio do Planalto bekannt gegeben.
Das Protokoll, das vom Beobachtungszentrum für Gewalt gegen Journalisten und soziale Kommunikatoren entwickelt wurde, setzt einen nationalen Standard für Brasiliens einheitliches öffentliches Sicherheitssystem. Zu den wichtigsten Änderungen gehört die Verpflichtung, in Polizeiberichten Verbindungen zum Journalismus anzugeben, mit sofortiger Benachrichtigung der zuständigen Polizeidienststelle und des Beobachtungszentrums. Es betont den sofortigen Opferschutz für Familien und Arbeitsplätze sowie die institutionenübergreifende Zusammenarbeit. Das nationale Sekretariat für öffentliche Sicherheit unter dem Justizministerium wird die Umsetzung überwachen und jährliche Berichte vorlegen. An der feierlichen Einführung anlässlich des Tages des Journalisten nahmen die Minister Wellington Cesar (Justiz), Sidônio Palmeira (Soziale Kommunikation) und Janine Mello (Menschenrechte) sowie der Pressesprecher des Präsidenten, Laércio Portela, und Vertreter der Zivilgesellschaft teil. Präsident Lula war abwesend, und Sidônio Palmeira verließ die Veranstaltung vorzeitig, ohne zu sprechen. Justizminister Wellington Cesar wies darauf hin, dass Gewalt gegen Journalisten einen geschlechtsspezifischen Bias aufweise, und verknüpfte das Protokoll mit dem im Februar gestarteten Bundespakt gegen Femizid. Es wurde gemeinsam mit Gruppen wie ANJ, Artigo 19, Repórteres Sem Fronteiras, Abert, Fenaj und Abraji erarbeitet. Die Regierung kündigte zudem den Dom Phillips und Bruno Pereira Journalistenpreis für Umweltschutz, indigene Völker und traditionelle Gemeinschaften an. Die Maßnahme zielt darauf ab, Brasilien an internationale Standards für den Schutz der Presse anzupassen.