Das Institut Sou da Paz und weitere Organisationen der Zivilgesellschaft haben am Donnerstag (23.) ein Manifest veröffentlicht, das die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses (CPMI) zur Aufklärung des Waffen- und Munitionshandels in Brasilien fordert. Das von mehr als 100 Personen unterzeichnete Dokument hebt das Fehlen einer aktuellen nationalen Diagnose der illegalen Waffenhandelsrouten hervor.
Das Manifest unterstreicht den Anstieg des illegalen Waffenumlaufs, der das organisierte Verbrechen stärkt und die tödliche Gewalt verschärft, auch gegen Polizeikräfte und schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen. Es führt Daten des Ministeriums für Justiz und öffentliche Sicherheit an, das im Jahr 2025 insgesamt 107.653 Waffenbeschlagnahmungen verzeichnete – der höchste Stand seit vier Jahren. Der Text fordert eine gründliche Untersuchung der Versorgungsrouten, der Schmuggelmechanismen und neuerer Phänomene, wie etwa aus geschmuggelten Teilen zusammengesetzte Waffen, die Eigenproduktion mittels 3D-Druckern sowie das illegale Wiederladen von Munition. Zu den Unterzeichnern gehören der Anthropologe Luiz Eduardo Soares, der nationale Sekretär für öffentliche Sicherheit Mario Luiz Sarrubbo, der USP-Rechtsprofessor Conrado Hübner Mendes sowie die Journalisten Bruno Paes Manso, Cecília Olliveira und Isabel Figueiredo. Unterstützt wird die Initiative unter anderem vom brasilianischen Forum für öffentliche Sicherheit, dem Fogo Cruzado Institut, dem Vladimir Herzog Institut, Viva Rio und Transparency International Brasilien.