Die Vereinigten Staaten haben Brasilien auf ihrer Beobachtungsliste für geistiges Eigentum belassen, wie das Büro des Handelsbeauftragten der USA (USTR) bekannt gab. Der Bericht hebt die Straße 25 de Março in São Paulo als einen bedeutenden Markt für gefälschte Waren hervor. Physische und digitale Piraterie bleiben zentrale Herausforderungen im Land.
Der Jahresbericht des USTR, der am Donnerstag (1. Mai 2026) veröffentlicht wurde, führt Brasilien auf der "Beobachtungsliste" jener Handelspartner, bei denen hinsichtlich des Schutzes geistigen Eigentums Handlungsbedarf besteht. Länder wie Chile, China und Indien stehen auf der kritischeren "prioritären Beobachtungsliste". Brasilien erscheint bereits seit Jahrzehnten auf dieser Liste, mindestens seit den späten 1980er Jahren.
Das Dokument identifiziert die Straße 25 de Março in São Paulo, den Hafen von Santos und die Dreiländerregion zwischen Brasilien, Paraguay und Argentinien als wichtige Zugangspunkte für gefälschte Waren. Trotz Polizeieinsätzen kritisiert das USTR das Fehlen abschreckender Strafen und eine unzureichende Zahl an Grenzbeamten. Zollkontrollen und Verzögerungen bei Gerichtsprozessen schwächen die Anti-Piraterie-Bemühungen, die durch Schmuggel und Kleinsendungen weiter angeheizt werden.
Im digitalen Bereich wird Streaming als Bedrohung für Urheber, Sportligen und rechtmäßige Plattformen eingestuft, wobei illegale Geräte und Dienste geschützte Inhalte übertragen. Im Juli 2025 leitete die Trump-Administration eine Untersuchung nach Abschnitt 301 gegen Brasilien ein, wobei sie auf die 25 de Março und Defizite beim Schutz geistigen Eigentums verwies; der Abschluss könnte im Mai 2026 erfolgen.
Der Bericht lobt ein Gesetz der Bundesfinanzbehörde vom späten Jahr 2025, das administrative Beschlagnahmungen ermöglicht, stellt jedoch dessen Wirksamkeit in Frage. Er kritisiert zudem die durchschnittliche Wartezeit von 9,15 Jahren für biopharmazeutische Patente (2020-2025) und fordert den Schutz von Testdaten für Humanarzneimittel.