Nachrichten von Oberstleutnant Geraldo Leite Rosa Neto an seine Ehefrau, die Soldatin Gisele Alves Santana, offenbaren eine Ideologie männlicher Dominanz kurz bevor er beschuldigt wurde, sie am 18. Februar getötet zu haben. Der in São Paulo inhaftierte Offizier bestreitet das Verbrechen und hat eine Vorgeschichte von Belästigungsbeschwerden gegen Frauen bei der Militärpolizei. Ermittler bringen die Rhetorik mit kontrollierendem Verhalten in der Beziehung in Verbindung.
Oberstleutnant Geraldo Leite Rosa Neto, 53, schickte Nachrichten an die Soldatin Gisele Alves Santana, 32, in denen er sich selbst als „Alpha-Mann-Versorger“ und sie als „Beta-Frau, gehorsam und unterwürfig“ bezeichnete. „Ich behandle dich so, wie jeder Alpha-Mann seine Frau behandelt: mit Liebe, Zuneigung, Aufmerksamkeit und Alpha-Mann-Autorität als Versorger und Beta-Frau, gehorsam und unterwürfig“, schrieb er. Neto nannte sich außerdem „König“ und „Souverän“ und forderte Zuneigung und Sex im Austausch für finanzielle Unterstützung.
Gisele wurde am 18. Februar 2026 durch einen Kopfschuss in der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Brás im Zentrum von São Paulo getötet. Neto sitzt in Haft und bestreitet, den Femizid begangen zu haben. Seine Verteidigung macht die Offenlegung von aus dem Zusammenhang gerissenen privaten Inhalten geltend.
Dokumente belegen Netos Vorgeschichte mit mindestens vier Vorfällen von Belästigung, Gewalt oder Drohungen gegen Polizistinnen in den letzten 17 Jahren. Im Jahr 2022 versetzte er ohne Begründung vier Polizistinnen, weil sie seine Beziehung zu Gisele thematisiert hatten, wofür er eine eintägige Arreststrafe erhielt. Die Fälle umfassen körperliche Angriffe auf Gisele im Hauptquartier zwischen 2022 und 2024, Polizeiberichte seiner Ex-Frau in den Jahren 2009-2010 sowie sexuelle Belästigung im Jahr 2025.
Die Militärpolizei untersucht die Beschwerden durch die Inspektion und plant einen Rechtfertigungsrat, der zu seinem Ausschluss aus dem Dienst führen könnte. Experten wie der Psychologe Adriano Beiras betrachten die „Alpha-Mann“-Rhetorik als hegemoniale Männlichkeit, die Gewalt gegen Frauen legitimiert.