Ein interaktiver Rechner berechnet die statistische Lebenserwartung basierend auf persönlichen Angaben und vergleicht sie mit Werten aus anderen Teilen Europas. Faktoren wie Geburtsort, Geschlecht und Region spielen eine entscheidende Rolle bei der Prognose. In Deutschland liegt die Lebenserwartung im Mittelfeld, mit regionalen Unterschieden.
Die Lebenserwartung hängt stark von unbeeinflussbaren Faktoren ab, wie dem Geburtszeitpunkt, der Art der Geburt und dem Ort. Menschen, die im 21. Jahrhundert geboren werden, können mit einer etwa doppelt so langen Lebensspanne rechnen wie Säuglinge im 19. Jahrhundert. Frauen weisen in allen Lebensphasen ein geringeres Sterberisiko auf und leben im Durchschnitt einige Jahre länger als Männer.
Innerhalb Europas zeigen Daten der Statistikbehörde Eurostat erhebliche regionale Unterschiede. In Osteuropa, den Balkans und dem Baltikum ist die durchschnittliche Lebenserwartung niedriger als in Westeuropa, während sie in Mittelmeerländern und Skandinavien höher ausfällt. Deutschland positioniert sich im europäischen Mittelfeld: Eine 40-jährige Person hat statistisch noch rund 42 Jahre vor sich, mit etwas mehr in Norddeutschland und etwas weniger im Süden.
Alle europäischen Regionen tendieren zu einer steigenden Lebenserwartung. Estland hat seit 2000 beeindruckende Fortschritte gemacht, von 71 auf 79 Jahre, trotz der Corona-Pandemie, die die Sterblichkeit vorübergehend erhöhte. In Deutschland stieg sie langsamer, nur Island verzeichnete geringere Zuwächse.
Der Geschlechtsunterschied ist überall vorhanden, am größten in den baltischen Staaten wie Lettland, wo Frauen rund zehn Jahre länger leben. In Norwegen und Schweden ist die Lücke am kleinsten. Ursachen reichen von höherer Anfälligkeit neugeborener Jungen für Krankheiten über Unfälle und Gewalt bis hin zu Lebensgewohnheiten wie Rauchen und Alkoholkonsum sowie beruflichen Risiken, die Männer stärker betreffen.