Laut einer neuen Umfrage des Digitalverbands Bitkom nutzen 74 Prozent der Menschen ab 65 Jahren in Deutschland das Internet, im Vergleich zu 48 Prozent vor fünf Jahren. Die meisten Senioren setzen es für Kommunikation und Alltagsaufgaben ein, wünschen sich aber mehr Unterstützung, um mit dem technologischen Fortschritt Schritt zu halten.
Die Umfrage des Digitalverbands Bitkom, durchgeführt im September und Oktober 2025 bei 1004 repräsentativen Personen ab 65 Jahren, unterstreicht den Fortschritt der digitalen Teilhabe. „Damit kann man eigentlich sagen, dass auch unsere ältere Bevölkerung in der digitalen Welt angekommen ist“, sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst in Berlin.
Zwischen 65 und 69 Jahren sind 98 Prozent online, der Anteil sinkt jedoch mit steigendem Alter; ab 80 Jahren nutzen immerhin 50 Prozent das Internet. Neun von zehn Senioren verwenden es für E-Mails und Textnachrichten, 60 Prozent für soziale Netzwerke und 50 Prozent für Videoanrufe. 88 Prozent suchen Informationen zu persönlichen Interessen, 81 Prozent Nachrichten, 80 Prozent erledigen Bankgeschäfte und 76 Prozent kaufen online ein.
Trotz des hohen Nutzungsgrads bewerten sich 96 Prozent der Befragten mit einer Note von 3,2 in der Online-Kompetenz, schlechter als die 2,8 der Jüngeren. 54 Prozent holen Rat bei Angehörigen oder Freunden ein, und zwei Drittel wünschen sich günstige Schulungen. Jeder Zweite hat KI wie ChatGPT ausprobiert.
Seniorenministerin Karin Prien (CDU) betonte: „Digitale Teilhabe ist keine Frage des Alters, das ist das politische Ziel.“ Sie kündigte Hilfsangebote an, wie eine Hotline für technische Probleme und „digitale Engel“ für mobilen Rat. Von den 26 Prozent Nichtnutzern fürchten 40 Prozent Datensicherheitsrisiken, 47 Prozent kennen sich nicht aus und 15 Prozent fehlt Hilfe.
„Chancen der Digitalisierung sind groß, ... um mit Einsamkeit umzugehen“, sagte Prien.