Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsnote Frankreichs bei Aa3 mit negativem Ausblick bestätigt und damit ihre Entscheidung vom Oktober 2025 angesichts politischer und fiskalischer Herausforderungen bekräftigt. Im Gegensatz zu Standard & Poor’s und Fitch, die das Rating im vergangenen Herbst auf A+ herabgestuft hatten, begründet die Agentur ihre Entscheidung mit einer parlamentarischen Haushaltsvereinbarung zwischen der gemäßigten Linken und der Mitte-Rechts-Koalition sowie einem prognostizierten Defizit von 5 % des BIP für 2026. Moody’s betont zudem die Stärke der französischen Institutionen.
Moody’s bestätigte am Freitagabend die Beibehaltung des Aa3-Ratings für Frankreich mit negativem Ausblick. Dies folgt auf die Entscheidung vom Oktober 2025, das Rating zwar beizubehalten, den Ausblick jedoch aufgrund von Risiken durch die politische Zersplitterung von stabil auf negativ zu senken.
Die Staatsverschuldung Frankreichs erreichte 2025 115,6 % des BIP (3.460 Milliarden Euro). Die Agentur erklärt: «Die Haushaltsvereinbarung, die zwischen der gemäßigten Linken und der Mitte-Rechts-Koalition in einem politisch gespaltenen Parlament erzielt wurde, stützt unsere Einschätzung zur Stärke der französischen Institutionen und der Regierungsführung.» Sie prognostiziert für 2026 ein Defizit von 5 % des BIP, was «leicht unter unserer vorherigen Schätzung von 5,2 %» liegt.
Ende März korrigierte das Insee das Defizit für 2025 von 5,4 % auf 5,1 % nach unten und näherte sich damit dem Regierungsziel von 5 % für 2026 an. Die Unsicherheit durch die Iran-Krise hat jedoch die 10-jährigen Anleiherenditen Frankreichs von 3,2 % auf 3,6 % ansteigen lassen.
Die Staatsverschuldung wird laut OFCE auf 118,3 % des BIP im Jahr 2026 und 119,8 % im Jahr 2027 geschätzt, wobei der Cour des comptes bis 2030 einen Anstieg auf 130 % erwartet. Moody’s bleibt optimistischer als die Konkurrenz, merkt jedoch an, dass einige Länder mit schlechterem Rating ihre Defizite besser in den Griff bekommen.