Die Ratingagentur Fitch Ratings hat beschlossen, das Rating für Frankreichs Staatsschulden bei A+ mit stabilem Ausblick unverändert zu lassen, trotz anhaltender Haushaltsherausforderungen. Diese Entscheidung fällt inmitten globaler Instabilität durch den Krieg im Iran. Wirtschaftsminister Roland Lescure begrüßte die Mitteilung als Anerkennung der Regierungsanstrengungen.
Am 6. März 2026 bestätigte Fitch Ratings sein A+-Rating für Frankreichs Staatsschulden mit stabilem Ausblick und bezeichnete es als „upper medium grade“. Diese erwartete Entscheidung trifft zu einem Zeitpunkt zu, als der Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormus die globale wirtschaftliche Stabilität bedrohen. Die Agentur konstatiert, dass Frankreich ein höheres Pro-Kopf-Einkommen und bessere Governance-Indikatoren als der A+-Median aufweist, warnt jedoch vor hoher und steigender Staatsverschuldung, einem sozio-politischen Umfeld, das die mittelfristige Haushaltskonsolidierung erschwert, und begrenztem Wachstumspotenzial. Wirtschaftsminister Roland Lescure erklärte in einer Stellungnahme: „Es spiegelt die von der Regierung im Rahmen des Haushalts 2026 unternommenen Anstrengungen wider, die öffentlichen Finanzen zu kontrollieren, das Wachstum unserer Wirtschaft zu fördern und die Attraktivität Frankreichs zu stärken. Die Regierung bleibt voll und ganz dabei, die Reduktion des Defizits und der Schulden in einem verantwortungsvollen und ausgewogenen Rahmen fortzusetzen, um langfristige finanzielle Stabilität und die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs zu sichern.“ Fitch hat die Auswirkungen des Iran-Kriegs nicht einbezogen, da diese zu neu und ungewiss seien. Banque-de-France-Gouverneur François Villeroy de Galhau sagte bei France Inter, der Konflikt könne „etwas mehr Inflation und etwas weniger Wachstum“ bringen, je nach Dauer. Die Agentur war die erste, die Frankreichs Rating im September 2025 von AA auf A herabgestuft hatte, inmitten einer Rekordschuldenquote von über 117 Prozent des BIP im dritten Quartal 2025. Trotz eines 2026-Haushalts, der durch einen Kompromiss zwischen der zentrum-rechten Mehrheit und der Sozialistischen Partei verabschiedet wurde, sank das Defizit 2025 von 5,8 auf 5,4 Prozent des BIP, mit einem Ziel von 5 Prozent Ende 2026. Der Ökonom Anthony Morlet-Lavidalie von Rexecode hält jedoch fest: „Wir haben das Ende der Herabstufungen noch nicht erreicht, aber Fitch hat es nicht eilig.“ Die Zinszahlungen stiegen von 30 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 65 Milliarden 2025 und könnten weiter ansteigen. Die Entscheidungen von Moody’s (10. April, Aa3-Rating) und S&P (29. Mai, A+ stabil) werden aufmerksam beobachtet.