Auf dem Parteitag der Vänsterpartiet in Örebro griff Parteichefin Nooshi Dadgostar die Lebensmittelriesen an und bezeichnete sie als „fett gewordene Katzen“, die schwedische Haushalte ausbeuten. Der Vorsitzende der Ica-Einzelhändler, Mikael Norling, verurteilt diese Aussage als unfair. Zudem fordert Dadgostar, dass die Vänsterpartiet der nächsten Regierung angehört.
Der Parteitag der Vänsterpartiet in Örebro wurde am 17. April mit einer Rede der Parteivorsitzenden Nooshi Dadgostar eröffnet. Sie übte scharfe Kritik an den Lebensmitteleinzelhandelsketten und erklärte: „Zu lange schon gibt es in Schweden eine Elite, die sich bereichert, indem sie sich unser Eigentum aneignet und es uns teuer zurückverkauft.“ Die Unternehmen seien zu „fett gewordenen Katzen“ geworden, die enorme Gewinne erzielen, während die Lebensmittelpreise hoch sind und die Haushalte unter finanziellem Druck stehen, so Dadgostar.
Mikael Norling, Vorsitzender des Ica-handlarnas förbund, nahm für einen Dialog am Parteitag teil. Er reagierte umgehend auf Dadgostars Worte: „Fett gewordene Katzen. Nun, das sagt alles. Es ist eine sehr seltsame und unfaire Aussage.“ Norling betonte, dass nicht alle Geschäfte hohe Gewinne einfahren und die Branche vor großen Herausforderungen steht. Die Gewinnmargen seien auf einem normalen Niveau, sagte er.
Dadgostar verknüpfte die Kritik mit einer breiteren politischen Strategie. Sie behauptete, dass die Privatisierungen vermieden worden wären, die Eisenbahnen besser funktionierten und mehr Wohnraum gebaut worden wäre, wenn die Vänsterpartiet Minister in früheren S-Regierungen gestellt hätte. „Wir hätten keine Privatisierungen und Deregulierungen all unserer wichtigen Versorgungseinrichtungen gehabt“, sagte sie. Die Partei fordert nun Kabinettsposten, um Magdalena Andersson zu unterstützen.
Die Ica-Einzelhändler waren auf dem Parteitag mit einem Stand vertreten, um ihre Sicht auf die Branche darzulegen, insbesondere im Hinblick auf das Wahljahr, in dem Lebensmittelpreise und Wettbewerb wichtige Themen sind.