Durchgesickerte Dokumente enthüllen ein angebliches russisches Netzwerk, das zwischen Juni und Oktober 2024 mindestens 250 kritische Artikel in argentinischen Medien finanziert haben soll. Die russische Botschaft wies die Vorwürfe als unbegründet zurück und wertete sie als Versuch, die bilateralen Beziehungen zu trüben. Präsident Javier Milei und Senatorin Patricia Bullrich versprachen, die Verantwortlichen mit aller Härte zu verfolgen.
Eine Untersuchung von OpenDemocracy gemeinsam mit einem internationalen Konsortium, die auf 76 durchgesickerten Dokumenten von The Continent basiert, deckt eine Struktur namens „La Compañía“ auf, die mit dem russischen Geheimdienst in Verbindung steht. Diese soll etwa 283.000 US-Dollar bereitgestellt haben, um mehr als 250 Artikel in über 20 argentinischen Medien zu veröffentlichen. Die Inhalte kritisierten Argentiniens Wirtschaft, die Haushaltsanpassungen und die Außenpolitik, einschließlich der Haltung zum Ukraine-Krieg, wobei gefälschte oder nicht existierende Autorennamen wie Manuel Godsin verwendet wurden.
Medien wie C5N, A24, El Destape, Big Bang News und Diario Registrado tauchen in den Dokumenten auf. Führungskräfte mehrerer dieser Medien bestritten eine russische Finanzierung und verwiesen auf Vermittler, obwohl zwei Quellen kleinere Zahlungen einräumten. Der Conicet-Forscher Martín Becerra merkte an, dass die prekäre Lage vieler Medien solche Kampagnen begünstige.
Senatorin Patricia Bullrich von La Libertad Avanza griff den Bericht auf und erklärte, er bestätige ihre Warnungen von vor sechs Monaten. Präsident Javier Milei postete in den sozialen Medien, dass die Beteiligten nur die „Spitze des Eisbergs“ seien, und versprach, alle Akteure zu identifizieren.
Die russische Botschaft gab eine Erklärung ab, in der sie die Anschuldigungen als grundlos zurückwies und sie als ideologisch motiviert bezeichnete, mit dem Ziel, die Beziehungen zu Argentinien zu schädigen.