Eine Untersuchung von SVT und internationalen Medien enthüllt, dass Unterwasserroboter von Saab in Russlands geheimen Harmoni-Überwachungssystem in der Arktis eingesetzt wurden. Die Roboter wurden bis 2018 an russische Kunden im Einklang mit Exportregeln geliefert, landeten aber beim russischen Militär. Russland hat auch Kopien der Technologie hergestellt.
Die Untersuchung von SVT, durchgeführt in Zusammenarbeit mit europäischen Medien im Rahmen des 'Russian Secrets'-Projekts, enthüllt, wie westliche Technologie trotz Sanktionen in Russlands Überwachungssystem entlang des arktischen Meeresbodens gelandet ist. Das System, das Harmoni genannt wird, verläuft durch die Barentssee und zielt darauf ab, Russlands Atomwaffenarsenal zu schützen, indem es NATO-Aktivitäten unter Wasser belauscht.
Unter der westlichen Technologie befinden sich Dutzende von Saab-Falcon-Unterwasserrobotern, die vom britischen Tochterunternehmen von Saab, Saab Seaeye, produziert wurden. Diese Drohnen können in Tiefen von 300 Metern operieren und wurden bis 2018 an Russland geliefert. Der Endempfänger war das Hauptverwaltung für Tiefsee-Forschung (GUGI), eine geheime Einheit im russischen Militär, die auf Unterwasserspionage mit U-Booten und Fahrzeugen spezialisiert ist.
Die Untersuchung begann nach einem Hinweis der CIA an deutsche Staatsanwälte über ein Netzwerk von Briefkastenfirmen, die Sanktionen umgehen, um Hightech-Ausrüstung zu erwerben, einschließlich Sonar aus Norwegen und Drohnen aus Großbritannien. Ein von SVT konsultiertes Sanktionsexperte erklärt, dass Saabs Verkäufe zu jener Zeit keine Regeln verletzten, da die Roboter Tiefen von über 1000 Metern nicht erreichten und daher nicht unter Exportkontrollen fielen.
Saab bestätigt in einer Erklärung: 'Die Verkäufe wurden in Übereinstimmung mit allen geltenden Gesetzen und Exportvorschriften durchgeführt. Wir haben sowohl die Geschäfte als auch die technische Unterstützung vor 2019 eingestellt.' Das Unternehmen betont die Zusammenarbeit mit schwedischen und britischen Behörden und hat keine Kenntnis über die aktuelle Nutzung, da die Geschäfte vor dem britischen Exportverbot 2019 endeten.
Laut der Untersuchung haben russische Militärtechniker den Saab Falcon kopiert und die Kopien als 'made in Russia' gekennzeichnet. 'Russian Secrets' wurde von dem deutschen NDR koordiniert mit Partnern wie der Washington Post, Le Monde und NRK, basierend auf geleakten Dokumenten über ICIJ.