Der Deliberative Rat von São Paulo tagt am Freitag zur Abstimmung über die Amtsenthebung des Präsidenten Julio Casares, geschwächt durch Verdacht auf finanzielle Fehltritte und Verlust der Unterstützung durch Verbündete. Die hybrid genehmigte Sitzung erfordert 75 % Quorum und Zweidrittelmehrheit für die Absetzung. Polizeiermittlungen zu verdächtigen Klubtransaktionen haben die Krise verschärft.
Der Deliberative Rat von São Paulo beginnt am Freitag (16.) um 18:30 Uhr die Abstimmung über das Impeachment von Julio Casares, Klubpräsident seit 2021. Ein Urteil des 3. Zivilgerichts von Butantã durch Richterin Luciane Cristina Silva Tavares erlaubte das Hybridformat mit persönlicher Anwesenheit im Edelsaal von Morumbi und Online-Beteiligung und hob die anfängliche Präferenz der Geschäftsführung für rein persönlich ab. Der Einspruch des Klubs wurde von der 1. Kammer für Privatrecht des TJ-SP unter Richterin Mônica Rodrigues Dias de Carvalho abgewiesen. Von 254 stimmberechtigten Räten sind 191 für das Mindestquorum (75 %) und 171 Ja-Stimmen (Zweidrittel) erforderlich, um Casares sofort abzusetzen. Die Opposition, zunächst pessimistisch, gewann Schwung durch den Abfall von vier Gruppen aus der Regierungskoalition: Legião, Vanguarda, Sempre Tricolor und Participação, Casares’ eigener Liste. Diese Gruppen schätzen 128 Impeachment-Befürworter, zuzüglich Opposition, insgesamt mindestens 182. Vizepräsident Harry Massis Junior, 80, lebenslanger Rat und Mitglied seit 1964, gelobte Unterstützung für die Absetzung und würde das Amt übernehmen, falls genehmigt. Als Unternehmer Eigentümer des Hotels Massis in São Paulo markiert er einen großen Verrat. Casares stützt sich nun nur noch auf Força São Paulo und Movimento São Paulo mit 67 Räten. Die Krise eskalierte durch eine Ermittlung der Zivilpolizei bei der DPPC unter Verschluss, zu 1,5 Mio. Real bar erhalten und 35 Abhebungen mit 11 Mio. Real von Klubkonten laut Coaf-Bericht. Das Sicherheitssekretariat erklärte: „Die Untersuchungen laufen bei der DPPC, weshalb Details gewahrt bleiben, um die polizeiliche Autonomie zu sichern.“ Casares’ Anwälte Daniel Bialski und Bruno Borragine behaupteten: Die Transaktionen „haben einen liciten und legitimen Ursprung, vereinbar mit der Entwicklung der finanziellen Kapazität des Führungskaders“, aus früheren hochbezahlten Konzernpositionen. Zuvor deckten Audios ein mutmaßliches illegales Ticketverkaufsschema für die Präsidentenloge in Morumbi bei Konzerten auf. Der Beratende Rat der Ex-Präsidenten widersetzte sich zunächst dem Impeachment, doch polizeiliche Enthüllungen wandelten die Unterstützung in den letzten Tagen. Bei Annahme wird innerhalb von 30 Tagen eine Versammlung von ca. 50.000 Mitgliedern einberufen zur Ratifizierung per einfache Mehrheit.