Der Oberste Bundesgerichtshof hat den endgültigen Leitsatz festgelegt, der künftige Klagen zur zivilrechtlichen Haftung digitaler Plattformen für rechtswidrige Inhalte Dritter leiten wird.
Das Berufungsverfahren wurde letzte Woche abgeschlossen und der offizielle Text nun finalisiert. Die Entscheidung ändert die Auslegung von Artikel 19 des Internet-Zivilrahmens (Marco Civil da Internet) und legt fest, dass Big-Tech-Unternehmen bei systemischen Fehlern gesamtschuldnerisch für Schäden haften.
Die Plattformen haben 60 Tage Zeit, um Maßnahmen zu ergreifen, darunter die Bestellung eines gesetzlichen Vertreters in Brasilien. Sie müssen offensichtlich rechtswidrige Inhalte nach einer außergerichtlichen Mitteilung entfernen und den Zugriff auf Material unterbinden, das Kindesmissbrauch, Gewalt und die Anstiftung zum Hass beinhaltet.
Das Gericht stellte fest, dass die bisherige Regelung keine grundlegenden Rechte schützte. Die Verpflichtungen erstrecken sich auf antidemokratische Handlungen, Terrorismus sowie Diskriminierung aufgrund von Rasse oder Geschlechtsidentität.