Der Gerichtshof von Rio de Janeiro hat die Einstellung der App Valeu bestätigt, die von der Stadtverwaltung im Jahr 2022 als Konkurrenz zu Lieferplattformen wie iFood eingeführt wurde. Das am 29. April 2026 ergangene Urteil ordnet zudem die Rückzahlung der in das Projekt investierten öffentlichen Mittel an.
Die Anhörung fand am Mittwoch, dem 29. April 2026, vor der 3. Kammer für öffentliches Recht des Gerichtshofs von Rio de Janeiro statt. Das Gericht wies eine Berufung der Stadtverwaltung sowie von IplanRio, dem städtischen Unternehmen für Technologiemanagement und Plattformverwaltung, zurück. Damit endete eine Klage im öffentlichen Interesse, in der eine Verletzung der Regeln für den privaten Marktwettbewerb geltend gemacht wurde.
Das Gericht entschied, dass das Projekt einen unzulässigen staatlichen Eingriff in eine private wirtschaftliche Tätigkeit darstelle, ohne dass ein wesentliches öffentliches Interesse nachgewiesen werden konnte. Die erste negative Entscheidung gegen Valeu erging im Februar 2025. "Die Schaffung und Implementierung einer digitalen Plattform für Lieferdienste offenbart eine Zweckentfremdung und steht nicht im Einklang mit den institutionellen Aufgaben der öffentlichen Verwaltung", schrieb der Berichterstatter Richter Rogério de Oliveira Souza.
Die Klage wurde von Stadtrat Pedro Duarte (PSD) eingereicht, der von der Kanzlei BBL Advogados vertreten wurde. Das Urteil fällt in eine Zeit wachsenden Wettbewerbs bei Lieferdiensten, nachdem die chinesischen Plattformen 99Food und Keeta im Jahr 2025 in den brasilianischen Markt eingetreten sind, während iFood dominiert und Rappi einen kleineren Anteil hält.