Ein 35-jähriger Mann aus Malmö wurde wegen Menschenhandels zu einer Haftstrafe verurteilt, nachdem er drei schutzbedürftige polnische Männer für Schwarzarbeiten im Baugewerbe unter harten Bedingungen rekrutiert hatte. Der Fall ist einzigartig als Schwedens erste Verurteilung wegen arbeitsbezogenem Menschenhandel. Den polnischen Männern wurden Jobs und Unterkunft versprochen, sie wurden aber stattdessen ausgebeutet.
An einem Februarmorgen 2025 wurde ein unterkühlter polnischer Mann entlang der E65 Richtung Ystad in Skåne gefunden. Er hatte über 10 Kilometer ohne Geld zurückgelegt und sagte aus, fünf Monate lang Schwarzarbeiten ohne Bezahlung verrichtet zu haben. Die Polizei folgte der Spur zu einem Hof im Skurup-Gebiet, wo zwei weitere polnische Männer gefunden wurden. Die drei Männer, die aus schwierigen Verhältnissen in Polen stammten, einschließlich Schulden und Obdachlosigkeit, wurden vom 35-jährigen Mann aus Malmö vor einer Suppenküche rekrutiert. Er versprach rund 30.000 schwedische Kronen pro Monat, kostenlose Unterkunft und Bauarbeiten. Stattdessen führten sie einfache Renovierungen in Privathäusern quer durch Skåne aus, mit langen Arbeitstagen und illegaler Beschäftigung. Sie lebten in einem schlecht isolierten Haus mit toten Schädlingen und schmutzigen Matratzen, wurden beaufsichtigt und zur Arbeit ohne Schutzausrüstung gezwungen. Ihre Pässe wurden eingezogen, und sie wurden verschuldet. Malmö Tingsrätt verurteilte den Mann wegen Menschenhandels und Arbeitsausbeutung zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis. Einer der Männer erhielt fast kein Geld und überlebte mit knapper Nahrung, darunter Äpfel aus dem Garten und Hundefutter, so Richter Håkan Olaussen. Linda Erhorn, regionale Koordinatorin gegen Menschenhandel bei der Polizei in Südschweden, beschreibt den Fall als einzigartig. „Wir hatten zuvor Verurteilungen im Zusammenhang mit Menschenhandel zu sexuellen Zwecken und Betteln – aber keine wegen Menschenhandels am Arbeitsplatz“, sagt sie. Das Urteil könnte zukünftige Abgrenzungen leiten. Der Mann bestreitet die Tat und behauptet, die polnischen Männer seien frei zu gehen gewesen. Seine zwei Komplizen wurden wegen Menschenhandels freigesprochen, aber wegen Geldwäsche verurteilt und erhielten bedingte Strafen sowie eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten.