Das venezolanische Parlament hat einstimmig ein Amnestiegesetz für politische Gefangene genehmigt, das von der kommissarischen Präsidentin Delcy Rodríguez vorgeschlagen wurde. Das am 19. Februar verabschiedete Gesetz sieht die Freilassung politisch motivierter Inhaftierter und die Aufhebung von Haftbefehlen vor. Berichten zufolge ist unklar, ob der Text bereits von der Präsidentin sanktioniert wurde.
Das venezolanische Parlament hat am 19. Februar durch die Nationalversammlung einstimmig ein Amnestiegesetz für politische Gefangene verabschiedet, ähnlich wie in der ersten Konsultationsrunde am 5. Februar. Der Vorschlag stammt von der kommissarischen Präsidentin Delcy Rodríguez, die die Macht nach der Gefangennahme von Nicolás Maduro in einer US-Militäroperation am 3. Januar übernommen hat. Laut einem Bericht wurde der Text sofort von Rodríguez sanktioniert, unter Druck aus Washington und von Präsident Donald Trump, dem die Regierung teilweise die Kontrolle über venezolanisches Öl eingeräumt hat. Das Gesetz zielt darauf ab, Hunderte politischer Gefangener freizulassen, die sich über 27 Jahre Chavismo angesammelt haben. Rodríguez hatte zuvor die bedingte Freilassung von 448 Inhaftierten angekündigt, doch die NGO Foro Penal schätzt, dass 644 weiterhin inhaftiert sind. Das Dokument umfasst die Freilassung politisch motivierter Inhaftierter, die Aufhebung von Haftbefehlen und Interpol-Meldungen. Ausnahmen gelten jedoch für schwere Verbrechen wie Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, vorsätzliche Tötung, Folter, Menschenrechtsverletzungen und Menschenhandel. Zudem wurden Personen ausgeschlossen, die beschuldigt werden, bewaffnete Akte gegen die Souveränität Venezuelas zu fördern, oder Fälle, die andere Länder oder internationale Konzerne betreffen. Unabhängige UN-Experten betonten, dass die Amnestie «allen Opfern illegaler Verfahren gewährt werden muss und in einen umfassenden Prozess der Übergangsjustiz integriert werden sollte». Die Opposition kritisierte eine Klausel, die von den Begünstigten verlangt, sich der venezolanischen Justiz zu stellen, was Exilierte betreffen könnte, darunter die Oppositionsführerin María Corina Machado, deren Rückkehr ins Land erschwert werden könnte. Ein weiterer Bericht besagt, dass das Gesetz noch auf die endgültige Genehmigung durch Rodríguez wartet, was Widersprüche in den Berichten über den Sanktionsstatus unterstreicht.