Rund 200.000 Menschen haben in München gegen das iranische Regime demonstriert und Solidarität mit dem iranischen Volk gezeigt. Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, hielt eine Rede und forderte eine demokratische Zukunft. Die Veranstaltung fand während der Münchner Sicherheitskonferenz statt.
Die Demonstration in München zog doppelt so viele Teilnehmer an wie erwartet: Laut Polizei kamen rund 200.000 Menschen, obwohl der Veranstalter The Munich Circle mit 100.000 gerechnet hatte. Viele Exil-Iraner aus Deutschland und anderen Ländern nahmen teil und jubelten Reza Pahlavi, dem 65-jährigen Sohn des 1979 vertriebenen Schahs, lautstark zu.
Pahlavi erklärte: „Wir kämpfen für Freiheit, für Gerechtigkeit und für Gleichheit.“ Er betonte, dass er den Iran in eine demokratische Zukunft mit freien Wahlen führen wolle, und sagte: „Wir sind nicht allein.“ Vor Journalisten sprach er von einem globalen Aktionstag: „Heute stehen Tausende Menschen von München über Toronto bis Los Angeles im Rahmen meines Aufrufs zu einem globalen Aktionstag in Solidarität mit dem iranischen Volk.“ Er wies auf die Unterdrückung hin und nannte das Schicksal des Irans einen „entscheidenden Test für die globale Sicherheit“. Pahlavi erwähnte, dass die Islamische Republik seit fast einem halben Jahrhundert Instabilität exportiere und nukleare Ambitionen vorantreibe. Er sprach von einem Kampf „zwischen Besatzung und Befreiung“ und behauptete, die Führung habe über 40.000 eigene Bürger massakriert. Aktivisten nennen für die jüngsten Proteste mindestens 7.000 Tote.
Der Publizist Michel Friedman warf der iranischen Regierung vor, „den Islam, den Koran zu missbrauchen“. Seit 47 Jahren würden Millionen unterdrückt, sagte er. Friedman forderte die Isolation der Machthaber, ein Ende der Handelsbeziehungen und keine Atomwaffen für den Iran: „Ein Regime, das für Terrorismus steht, gehört abgesetzt.“
Kurz vor Beginn mahnte eine Durchsage zur Vorsicht bei Parolen. Statt „Tod den drei Korrupten – den Mullahs, den Linken, den Mudschahedin“ sollte „Schande über die drei Korrupten“ gerufen werden, um eine Auflösung durch die Polizei zu vermeiden. Die Debatte um diese Parole ist in der Diaspora umstritten.
Der Zeitpunkt während der Münchner Sicherheitskonferenz, zu der über 60 Staats- und Regierungschefs sowie 100 Außen- und Verteidigungsminister erwartet werden, wurde bewusst gewählt, um Entscheidungsträger zu erreichen. Für das Wochenende meldeten die Veranstalter über 15 weitere Versammlungen an.