Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz entschlossene politische Konsequenzen angekündigt. Der 21-jährige Täter Abdul B. hatte zuvor eine Jugendstrafe verbüßt und war freigekommen.
Der Anschlag ereignete sich am Samstagabend am Rande des CSD in Berlin. Abdul B., ein 21-jähriger Deutscher mit libanesischen Wurzeln und Verbindungen zum islamistischen Terror, fuhr mit einem Van auf Menschen ein und griff mit einer Stichwaffe an. Eine Frau aus Polen starb, 29 weitere Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der Täter wurde am Sonntagabend bei seiner Festnahme in Berlin-Spandau von der Polizei erschossen.
Merz sagte am Montag in Berlin, es müsse geklärt werden, wie der als gefährlich eingestufte Mann den Anschlag unbehelligt verüben konnte. „Wir werden alles tun, diese Freiheit, die Offenheit, die Liberalität unserer Gesellschaft zu schützen“, betonte der CDU-Politiker.
Grünen-Politikerin Anna Gallina, Vorsitzende der Justizministerkonferenz, forderte zunächst eine intensive Aufarbeitung. „Schnelle Forderungen sehen zwar markant aus, werden aber ohne intensive vorherige Analyse der Lage nicht gerecht“, sagte sie den Funke Medien. Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer warnte vor zunehmender Radikalisierung von Jugendlichen und forderte mehr Befugnisse für Behörden.