Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim DGB-Bundeskongress in Berlin mit Zwischenrufen und Skepsis der Gewerkschafter zu kämpfen. Vor etwa 400 Delegierten verteidigte er seine Reformpläne, während DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi vor Rückschritten beim Arbeitsrecht warnte.
Merz trat am Dienstag im Berliner Hotel Estrel auf. Er begann mit einer Charmeoffensive, lobte die Gewerkschaften für ihren Schutz gegen rechtsextreme Einflüsse und berichtete von guten Erfahrungen in mitbestimmten Unternehmen.
Fahimi hatte ihn zuvor gewarnt, keine Reform des Arbeitszeitgesetzes anzugehen. „Wir wollen nicht zurück in die Zeit von 1918“, sagte sie. Die Gewerkschaften drohen mit Protesten gegen mögliche Leistungskürzungen.
Der Auftritt fand kurz vor einem Koalitionsgipfel im Kanzleramt statt. Merz wirkte angespannt und musste mehrmals tief durchatmen, bevor er seine Rede sicher fortsetzte. Die Reaktionen blieben verhalten.