Brian Eno und andere fordern Boykott des Eurovision Song Contest 2026 wegen Israel

Mehr als 1.000 Künstler, darunter Brian Eno, Massive Attack und Sigur Rós, haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie zum Boykott des Eurovision Song Contest 2026 aufrufen. Sie kritisieren die Europäische Rundfunkunion dafür, dass sie Israel trotz seines Vorgehens im Gazastreifen zum dritten Mal in Folge die Teilnahme ermöglicht. Der Brief fordert Rundfunkanstalten, Künstler und Fans dazu auf, die Teilnahme zu verweigern, bis der israelische Sender KAN ausgeschlossen wird.

Die Kampagne „No Music for Genocide“ veröffentlichte den offenen Brief am Montag und rief öffentlich-rechtliche Sender, Künstler, Organisatoren von Public Viewings, Mitarbeiter und Fans dazu auf, den Eurovision Song Contest zu boykottieren. Zu den über 1.000 Unterzeichnern gehören Kneecap, Idles, Erika de Casier, Dry Cleaning, Mogwai, Macklemore, Primal Scream, Hot Chip, Smerz und Black Country, New Road. In dem Brief heißt es, dass Israel auf der Bühne gefeiert werde, obwohl es laut den Unterzeichnern einen andauernden Völkermord im Gazastreifen begehe, während Russland aufgrund seiner Invasion in der Ukraine 2022 weiterhin ausgeschlossen sei. Weiter heißt es: „Wir weigern uns zu schweigen, wenn Israels genozidale Gewalt das Leben der Palästinenser untermalt und zum Verstummen bringt.“ Laut dem Schreiben haben Rundfunksender in Spanien, Irland, Island, Slowenien und den Niederlanden bereits aus Protest ihre Teilnahme zurückgezogen. Kneecap kommentierte: „Russland wurde 2022 vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen. Israel ermordet seit Jahrzehnten Palästinenser und begeht nun einen Völkermord – und zum dritten Mal in Folge werden sie auf der Bühne willkommen geheißen. Das ist keine Neutralität. Das ist eine bewusste Entscheidung.“ Die Initiative unterstützt die „Palestinian Campaign for the Academic & Cultural Boycott of Israel“, die seit 2024 aktiv ist. Im vergangenen Jahr schlossen sich Künstler wie Caribou, Hayley Williams, Dry Cleaning, Lorde und Björk der „No Music for Genocide“-Kampagne an, indem sie ihre Musik in Israel per Geoblocking sperrten.

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