Elf Kandidaten beim portugiesischen Festival da Canção haben sich geweigert, das Land bei der Eurovision 2026 zu vertreten, falls sie ausgewählt werden, und protestieren gegen die Teilnahme Israels inmitten von Vorwürfen Menschenrechtsverletzungen in Gaza. Die gemeinsame Erklärung der Künstler hebt Unstimmigkeiten in den Richtlinien der European Broadcasting Union (EBU) im Vergleich zur Ausschließung Russlands hervor. Der portugiesische Sender RTP gelobt, den Auswahlprozess und die Teilnahme am Wettbewerb fortzusetzen.
Hintergrund des Protests
Die nationale Song-Auswahl Portugals für die Eurovision, Festival da Canção, steht vor Unsicherheit, da 11 von 16 Kandidaten eine Erklärung unterzeichnet haben, in der sie ablehnen, das Land beim Wettbewerb 2026 in Wien, Österreich, zu vertreten. Die Ablehnung resultiert aus der Opposition gegen die Beteiligung Israels, die die Künstler mit einer unabhängigen UN-Untersuchung verknüpfen, die die Aktionen Israels in Gaza als Völkermord beschreibt – eine Behauptung, die Israel bestreitet. Die Unterzeichner, darunter Cristina Branco, Bateu Matou, Rita Dias und andere, umfassen insgesamt 17 Personen, die am Festival beteiligt sind. Ihre Erklärung lautet: „Mit Worten und mit Liedern handeln wir innerhalb der Möglichkeiten, die uns gegeben sind. Wir akzeptieren keine Komplizenschaft bei der Verletzung der Menschenrechte.“ Sie äußern Überraschung über die Zulassung Israels trotz Präzedenzfällen wie dem Verbot Russlands 2022 wegen der Invasion in der Ukraine.
Reaktion von RTP und breiterer Kontext
Der öffentlich-rechtliche portugiesische Sender RTP reagierte entschieden: „Unabhängig von der Entscheidung der Künstler, die die Erklärung unterschreiben, wird RTP erneut das Festival da Canção organisieren und bekräftigt seine Teilnahme am #Eurovision Song Contest 2026.“ Dies geschieht inmitten wachsenden internationalen Rückschlags gegen die Teilnahme Israels, die von der EBU ohne Abstimmung in ihrer jüngsten Generalversammlung genehmigt wurde.
Um Bedenken hinsichtlich Abstimmungen und Kampagnen zu adressieren, führte die EBU Schutzmaßnahmen ein: Fan-Stimmen von 20 % auf 10 % reduziert, Juryen für die Halbfinals wieder eingeführt mit Erhöhung der Mitglieder von fünf auf sieben. Diese Änderungen haben den Dissens jedoch nicht beruhigt. Über 70 ehemalige Eurovision-Teilnehmer und der Gewinner 2025 JJ haben zu einem Verbot Israels aufgerufen. In diesem Jahr belegte Israel den zweiten Platz mit Yuval Raphael.
Ausweitung der Boykotte
Die Kontroverse hat zu mehreren Rückzügen geführt. Spanien, Irland, die Niederlande und Slowenien bestätigten zuvor Boykotte unter Berufung auf Uneinigkeit und ethische Probleme. Am 10. Dezember 2025 kündigte Islands RÚV als fünfte Nation ihren Ausstieg an und erklärte, die Teilnahme Israels „habe Uneinigkeit sowohl unter den Mitgliedern der European Broadcasting Union (EBU) als auch in der breiten Öffentlichkeit geschaffen“ und bringe „weder Freude noch Frieden“. RÚV hatte die EBU gedrängt, Israel gemäß früherer Präzedenzfälle auszuschließen, erhielt aber keine Lösung.
Der 70. Eurovision Song Contest ist für den 16. Mai 2026 in Wien geplant, doch anhaltende Proteste bedrohen seine Einheit und seinen Ruf.