Melvin Benn, Geschäftsführer von Festival Republic, hat die Entscheidung verteidigt, Ye als Headliner für drei Abende beim Wireless Festival 2026 im Londoner Finsbury Park zu buchen. In einer Erklärung verurteilte Benn Yes frühere Äußerungen über Juden und Hitler als abscheulich, plädierte jedoch für Vergebung und eine zweite Chance. Die Buchung hat zum Rückzug von Sponsoren sowie zu Kritik durch führende britische Politiker geführt, darunter Premierminister Keir Starmer und der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan.
Melvin Benn veröffentlichte am 6. April eine Stellungnahme, in der er an der Entscheidung des Festivals festhielt, Ye am 10., 11. und 12. Juli auftreten zu lassen. Er beschrieb sich selbst als engagierten Antifaschisten, der in einem Kibbuz lebte, das am 7. Oktober angegriffen wurde, und der sowohl einen jüdischen als auch einen palästinensischen Staat unterstützt. Benn verwies auf seine persönlichen Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen und erklärte, er sei 'in allen Aspekten meines Lebens, einschließlich meiner Arbeit, zu einem Menschen der Vergebung und Hoffnung geworden'. Er merkte an, dass Yes Musik weiterhin ohne Probleme im britischen Radio und auf Streaming-Plattformen gespielt werde, und bekräftigte Yes rechtlichen Anspruch, in das Land einzureisen und aufzutreten. Er betonte, dass das Festival lediglich eine Bühne für Musik biete, nicht für Meinungen. Die Buchung von Ye, die letzte Woche bekannt gegeben wurde, folgt auf die Veröffentlichung seines Albums 'Bully' und kürzliche Konzerte im SoFi Stadium in Los Angeles. Mehrere Sponsoren, darunter Pepsi, Diageo, Rockstar Energy und PayPal, haben ihre Unterstützung zurückgezogen. Der britische Premierminister Keir Starmer nannte die Entscheidung 'zutiefst besorgniserregend' angesichts von Yes 'früheren antisemitischen Bemerkungen und der Verherrlichung des Nationalsozialismus' und betonte, dass Antisemitismus entschlossen entgegengetreten werden müsse. Ein Sprecher des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan erklärte, die früheren Kommentare des Künstlers seien 'beleidigend und falsch' und stünden nicht für die Werte Londons; zudem habe das Rathaus keine Rolle bei der Entscheidung gespielt. Andere, darunter der ehemalige Finanzminister Sajid Javid, der konservative Abgeordnete Chris Philp und der Parteichef der Liberaldemokraten, Ed Davey, haben ein Einreiseverbot für Ye gefordert. Die BBC berichtete, dass Yes Recht auf Einreise in das Land derzeit von der Regierung geprüft wird.