Die Vorsitzende Richterin Mandisa Maya erklärte auf der Justizkonferenz 2026, dass es der südafrikanischen Justiz fast 30 Jahre nach Inkrafttreten der Verfassung noch immer an vollständiger institutioneller Unabhängigkeit mangele.
Bei ihrer Rede am 14. Juli in Durban sagte Maya, die Justiz genieße lediglich eine richterliche Unabhängigkeit, während Verwaltung, Ressourcenausstattung und Dienstbedingungen weiterhin an die Exekutive gebunden seien. Sie nannte tägliche Probleme wie eine marode Infrastruktur, Personalmangel, unzuverlässige digitale Systeme und eine aufgeteilte Verwaltungshoheit. Maya merkte an, dass ein Gesetzentwurf zur Schaffung eines einheitlichen, unabhängigen Justizsystems voraussichtlich Anfang nächsten Jahres das Kabinett erreichen wird, bevor er im Geschäftsjahr 2027/28 dem Parlament vorgelegt wird. Justizministerin Mmamoloko Kubayi bestätigte, dass die erste Phase der Reformen am 1. April 2026 mit der Übertragung gemeinsamer Dienste an das Büro der Vorsitzenden Richterin begonnen habe. Mbekezeli Benjamin von der Organisation Judges Matter erklärte, die im Juni angekündigten zusätzlichen finanzierten Stellen würden dazu beitragen, den Rückstand bei den Gerichtsverfahren abzubauen, sofern sie bis zum Geschäftsjahr 2027/28 umgesetzt werden.