Kontroverse um Aussagen von Brigitte Macron verschärft sich

Brigitte Macron bezeichnete feministische Aktivistinnen als «dreckige Zicken», weil sie die Show des Komikers Ary Abittan unterbrochen haben, was starke Empörung in linken und feministischen Kreisen auslöste. Zahlreiche Prominente, darunter Schauspielerinnen und Sängerinnen, solidarisieren sich mit dem Hashtag #JeSuisUneSaleConne. Ihr Umfeld relativiert die Aussagen als Kritik an radikalen Methoden.

Am 7. Dezember 2025 filmte ein Video hinter der Bühne im Folies-Bergère in Paris, wie Brigitte Macron wütend auf feministische Aktivistinnen von #NousToutes reagierte, die den Auftritt des Komikers Ary Abittan unterbrachen. Die Protestierenden richteten sich gegen Abittan, der 2021 Vergewaltigungsvorwürfe ausgesetzt war, aber im Januar Einstellung des Verfahrens in zweiter Instanz bestätigt bekam. Die First Lady nannte sie «dreckige Zicken»; die Aussagen sickerten versehentlich bei der Agentur Bestimage durch und wurden von der Promipresse aufgegriffen.

48 Stunden später hält die Empörung an. In den sozialen Medien gewinnt der Hashtag #JeSuisUneSaleConne bei prominenten Figuren wie Judith Godrèche («Ich auch, ich bin eine dreckige Zicke. Und ich unterstütze alle anderen»), Marion Cotillard («Ich bin eine dreckige Zicke und stolz darauf») und Alexandra Lamy («Jetzt verstehen wir den fehlenden Etat für Vereine») an Fahrt. Camélia Jordana, Clara Luciani, Angèle, Camille Kouchner und Andréa Bescond unterstützten ebenfalls die Aktivistinnen und priesen ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt.

Aus Regierungsseite verteidigte Sprecherin Maud Bregeon Brigitte Macron bei France 2; die Kommentare seien spontan in privater Umgebung gefallen und hätten die Störung einer als unschuldig vermuteten Person gegolten. «Lasst Brigitte Macron in Ruhe», forderte sie und hob die internationale Berichterstattung von Medien wie The Guardian, The New York Times und El Pais hervor. Yaël Braun-Pivet, Präsidentin der Nationalversammlung, nannte die Wortwahl «ziemlich unwürdig», betonte jedoch die Bedeutung des feministischen Engagements und die Unschuldsvermutung.

Der Kreis um Brigitte Macron betont, dass nur die Methoden der maskierten Radikalen kritisiert würden, nicht die Sache selbst. Das Kollektiv Grève féministe, das rund 60 Vereine umfasst, verurteilt es als Legitimierung von Hass gegen Feministinnen und verlangt öffentliche Entschuldigungen sowie eine deutliche Verurteilung sexistischer Gewalt. Der Vorfall erinnert an frühere Kontroversen, etwa die Unterstützung Emmanuel Macrons für Gérard Depardieu 2023, der später wegen sexueller Übergriffe verurteilt wurde.

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