Hunderte Bürger versammelten sich spontan am India Gate in Delhi am Sonntag, um saubere Luft inmitten schwerer Verschmutzung zu fordern. Der Protest unterstrich die Frustration über die Untätigkeit der Regierung bezüglich des giftigen Smogs, der die Stadt erstickt. Teilnehmer, darunter Eltern und Studenten, forderten transparente Überwachung und Gesundheitsschutz als Grundrecht.
Am Sonntag, dem 10. November 2025, erwachte Delhi in einer sepiafarbenen Stadtlandschaft, die in giftigen Smog gehüllt war, wobei der Luftqualitätsindex (AQI) in mehreren Gebieten 400 überschritt und als 'schwer' eingestuft wurde. Am Abend wagten Hunderte den Durchbruch durch den Dunst, um sich am India Gate zu einer spontanen Protestversammlung ohne Organisatoren, Banner oder politische Flaggen zu treffen. Eltern, die ihre Kinder umklammerten, Studenten mit selbstgemachten Bannern und entschlossene ältere Bürger forderten saubere Luft und rahmen die Verschmutzung nicht als administrativen Versagen, sondern als politischen Verrat ein.
Die Versammlung brach jahrelange Bürgerapathie und politische Ausflüchte, bei denen die Schuld zwischen Stadt- und Zentralregierung, Bauern, Industrie und Autofahrern hin- und hergeschoben wurde. Die Demonstranten betonten, dass saubere Luft ein unverhandelbares Recht ist, kein Privileg für Wohlhabende mit Luftreinigern oder Flucht in sauberere Rückzugsorte. Sie forderten, dass das National Clean Air Programme (NCAP) nachhaltige Lösungen und Gleichheit im Atmen für Reich und Arm bietet.
Spezifische Forderungen umfassten eine unabhängige Luftqualitäts- und öffentliche Gesundheitskommission, autonom und von Experten geleitet, rechenschaftspflichtig gegenüber dem Parlament. Befürworter verlangten Echtzeitdaten, die auditiert und für Bürger offen sind, ein nationales Gesundheitsberatungssystem, koordiniert vom Gesundheits- und Familienministerium zusammen mit dem Central Pollution Control Board, und eine App wie 'Aarogya Setu for Air' für Warnungen zu Masken und Innenaufenthalten. Sie forderten auch Rechenschaft über öffentliche Gelder, die für Maßnahmen gegen Verschmutzung ausgegeben wurden.
Als die Dämmerung einbrach, stießen die friedlichen Demonstranten auf Festnahmen und polizeiliche Aggression, was das Vertrauen in die Behörden untergräbt. Die Kongresspartei kritisierte die Regierung wegen dieser Festnahmen. International unterstreichen Beispiele wie der Wandel in Peking durch Bürgerdruck vor einem Jahrzehnt und die Proteste in Nordmazedonien 2024, die zu einem Säuberungsplan führten, das Potenzial anhaltender Aktivismus.
Am nächsten Tag, dem 11. November, verzeichnete Delhi seinen kältesten Morgen mit 10,4 °C, wobei der AQI bei 362 in der Kategorie 'Sehr schlecht' lag. Die Kommission für Luftqualitätsmanagement notierte Rückgänge bei Ackerfeuern in Punjab (35,2 %) und Haryana (65,3 %), sowie Maßnahmen wie das Verbot älterer Fahrzeuge und den Umstieg der Industrie auf sauberere Brennstoffe.