Diego Lerner, ein langjähriger Manager bei The Walt Disney Company, der ihren Ausbau in Lateinamerika und Europa prägte, ist am 18. Dezember in Buenos Aires nach langer Krankheit gestorben. Er war 71 Jahre alt. Lerner verbrachte fast 35 Jahre bei Disney und trieb zentrale Initiativen in Pay-TV, Streaming und lokaler Inhaltsproduktion voran.
Diego Lerner trat 1990 bei The Walt Disney Company als Executive Director der Video- und Pay-TV-Sparten für Lateinamerika ein. Er startete Direktverteilungsoperationen in Mexiko, Brasilien, Chile, Kolumbien und Argentinien, um Piraterie zu bekämpfen und sich an lokale Märkte anzupassen. Mit dem Wachstum der Pay-TV-Penetration in der Region stieg Lerner zum Präsidenten von The Walt Disney Company Lateinamerika auf. Unter seiner Führung führte das Unternehmen Disney Channel 2000 ein, Jetix 2004 und Playhouse Disney 2008 und integrierte verschiedene Geschäftsbereiche in eine einheitliche vertikale Operation, die zum Vorbild für Disneys internationale Aktivitäten wurde.
2009 führte Lerner's Erfolg zu seiner Ernennung zum Präsidenten von The Walt Disney Company für Europa, den Nahen Osten und Nordafrika mit Sitz in London bis 2017. Er konzentrierte sich auf die Steigerung der Kundenbindung inmitten des Übergangs von linearem Fernsehen zu Streaming. Bei seiner Rückkehr nach Lateinamerika Ende 2018 als Präsident betonte Lerner lokale Geschichtenerzählung für Disney+. Im November 2020 hob er die Bedeutung regional relevanter Inhalte hervor und erwähnte über 70 Originalproduktionen in Entwicklung in Brasilien, Mexiko, Argentinien und Kolumbien.
Zu Lerner's Projekten gehörten die Teenager-Musicalserie „Violetta“ (2012-2015) und das Drama „Limbo“, das 2022 bei Canneseries uraufgeführt wurde. Er sicherte auch bedeutende Sportrechte, sodass ESPN Argentiniens Primera División-Spiele mit TNT bis 2030 teilen wird, nachdem er politische Herausforderungen gemeistert hatte.
In einem 2019-Interview mit ConverCom betonte Lerner: „Nicht Technologie, sondern Geschichtenerzählung. Entscheidend ist die Qualität des Inhalts. Drehbücher sind nach wie vor König.“ Disney lobte seine Beiträge zum Erzählungs-Erbe, während CEO Bob Iger sein Beileid ausdrückte und ihre 35 Jahre Zusammenarbeit und Freundschaft hervorhob. Eine private Beerdigung fand am 19. Dezember statt, besucht von Kreativen wie Mariano Cohn und Gastón Duprat. Im November war Lerner zum Ehrenpräsidenten von The Walt Disney Company Lateinamerika ernannt worden, mit Martin Iraola als Nachfolger.