Die brasilianische Fiocruz hat durch ihre Einheit Farmanguinhos mit der vollständig inländischen Produktion von Tacrolimus begonnen, einem Immunsuppressivum zur Vorbeugung von Organabstoßungen nach Transplantationen. Dieser Meilenstein geht auf eine Produktentwicklungspartnerschaft (PDP) mit dem brasilianischen Unternehmen Libbs zurück, das die Fertigungstechnologie vom indischen Unternehmen Biocon erworben hat. Farmanguinhos wird damit zum alleinigen Lieferanten für das öffentliche Gesundheitssystem SUS.
Die Produktion von Tacrolimus im technologischen Arzneimittelkomplex von Farmanguinhos in Rio de Janeiro beendet die Abhängigkeit von importierten Wirkstoffen für dieses lebenswichtige Medikament. Zuvor stammte der pharmazeutische Wirkstoff (IFA) vom indischen Unternehmen Biocon. Nach dem Technologietransfer im Rahmen der brasilianisch-indischen Zusammenarbeit hat Libbs die IFA-Herstellung lokalisiert, wodurch Farmanguinhos das Medikament vollständig im Inland produzieren kann. Die spezialisierte Anlage kann jährlich 130 Millionen Einheiten in den Stärken 1 mg und 5 mg produzieren. Die erste Charge mit über einer Million Einheiten wurde bereits hergestellt und unterläuft derzeit routinemäßige Tests, bevor eine neue Anvisa-Registrierung für die Verteilung über das SUS beantragt wird. In den letzten zehn Jahren lieferte das Institut unter Verwendung importierter Wirkstoffe über 500 Millionen Einheiten an Leber-, Nieren- und Herztransplantationspatienten. Tacrolimus steht seit 2008 gemäß der Portaria 978 des Gesundheitsministeriums auf der strategischen Liste des SUS, da es die Immunantwort unterdrückt und Abstoßungsreaktionen verhindert. Farmanguinhos liefert zudem seit 2024 Everolimus an das SUS, basierend auf einer PDP mit EMS aus dem Jahr 2021. Fiocruz hat kürzlich ein Memorandum mit Biocon unterzeichnet, um die Zusammenarbeit bei seltenen Krankheiten, Krebs und Immunsuppressiva auszubauen.