Die Justiz hat den Hauptsitz der Buenos Aires Association of Anesthesia, Analgesia and Reanimation (FAAAAR) im Rahmen von Ermittlungen zu Medikamentendiebstählen aus dem Hospital Italiano durchsucht, die mit geheimen "Propofest"-Partys in Verbindung stehen. Der Fall geht auf den mutmaßlichen Tod des Anästhesisten Alejandro Zalazar durch eine Überdosis im Februar zurück. Zwei Krankenhausärzte sehen sich nun mit Anklagen wegen betrügerischer Medikamentenverabreichung konfrontiert.
Alejandro Zalazar, ein 31-jähriger Anästhesist am Hospital de Niños Ricardo Gutiérrez, wurde am 20. Februar tot in seiner Wohnung im Stadtteil Palermo in der Juncal 4600 gefunden. Er hatte einen intravenösen Zugang am rechten Fuß sowie Einstichstellen am linken sowie Narkosemittel des Hospital Italiano und eine Infusionspumpe bei sich. Die Autopsie ergab Stauungen sowie Lungen- und Gehirnödeme, mutmaßlich hervorgerufen durch eine Überdosis Propofol und Fentanyl, so Staatsanwalt Eduardo Cubría.
Unabhängig davon wird ein Mangel an Propofol und Fentanyl im Hospital Italiano in Almagro untersucht. Die Beschuldigten sind der 45-jährige Anästhesist Hernán Boveri und die 29-jährige Assistenzärztin Delfina „Fini“ Lanusse. Beide bestritten die Vorwürfe vor dem Staatsanwalt Lucio Herrera und unterliegen einem Ausreiseverbot. Richter Javier Sánchez Sarmiento leitet diesen Fall, der unabhängig von den durch Santiago Bignone geführten Ermittlungen zum Todesfall ist.
Bei "Propofest"-Partys handelt es sich um geheime Zusammenkünfte, bei denen medizinisches Fachpersonal sich intravenös Propofol und Fentanyl verabreicht, um eine tiefe Sedierung herbeizuführen, wobei ein "medizinischer Wachdienst" für Notfälle wie Atemstillstand bereitsteht. In WhatsApp-Gruppen kursierten Audios über diese "kontrollierten Trips".
Am Mittwoch durchsuchte die Polizei von Buenos Aires Wohnungen in Capital Federal und Tigre sowie den FAAAAR-Hauptsitz in Caballito (Juan Felipe Aranguren 1300) und beschlagnahmte Dokumente zu Boveri und Lanusse. Der Verband, der als Nebenkläger auftritt, veröffentlichte eine Stellungnahme zur Verteidigung des Fachbereichs: „Die Ereignisse gehören zum privaten Bereich und haben in keiner Weise mit der beruflichen Praxis zu tun“. Das Hospital Italiano leitete eine interne Untersuchung ein.