Ab April können starke Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren in Deutschland eine jährliche kostenlose Untersuchung auf Lungenkrebs erhalten. Das Angebot nutzt Niedrigdosis-Computertomographie, um den Krebs früh zu erkennen. Es richtet sich an aktive und ehemalige Raucher mit mindestens 15 Packungsjahren.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat ein neues Programm zur Früherkennung von Lungenkrebs beschlossen, das ab April 2024 in Kraft tritt. Starke Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren haben Anspruch auf eine jährliche Untersuchung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (NDCT). „Ziel ist es, bei diesem besonders gefährdeten Personenkreis Lungenkrebs möglichst früh zu erkennen“, erklärte der GBA in einer Mitteilung.
Das Angebot basiert auf einem Beschluss des GBA und der Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung des Bundesumweltministeriums. Es wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Um teilzunehmen, müssen Versicherte mindestens 25 Jahre ohne lange Unterbrechungen geraucht haben und mindestens 15 Packungsjahre aufweisen. Ein Packungsjahr entspricht dem Rauchen von 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr. Experten schätzen, dass etwa 2 Millionen Menschen in Deutschland diese Kriterien erfüllen.
Die Umsetzung erfordert jedoch Vorbereitungen. Bernhard van Treeck, unparteiisches GBA-Mitglied und Vorsitzender des Unterausschusses Methodenbewertung, betonte: „Ärztinnen und Ärzte, die bei den Versicherten die Voraussetzungen für eine Screening-Teilnahme prüfen und anschließend an eine radiologische Praxis überweisen dürfen, benötigen eine besondere Fortbildung.“ Auch Radiologinnen und Radiologen müssen eine spezielle Fortbildung absolvieren und eine Genehmigung von einer Kassenärztlichen Vereinigung erhalten, um NDCT-Aufnahmen anzufertigen und zu bewerten.
Versicherte können sich an allgemeinmedizinische oder internistische Praxen wenden, die sich an der Früherkennung beteiligen. Der Arzt oder die Ärztin prüft die Eignung. Bis das Screening flächendeckend verfügbar ist, könnte es einige Zeit dauern, da die notwendigen Qualifikationen erst erworben werden müssen.
Frühe Erkennung von Lungenkrebs erhöht die Heilungschancen und senkt die Todesfälle, wie die Initiatoren betonen. Die Ankündigung erfolgte in Berlin.