Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag beschlossen, dass Krankenkassen vier Medikamente übernehmen dürfen, die bestimmte Long-Covid-Symptome lindern. Bisher mussten Betroffene diese Off-Label-Mittel selbst bezahlen. Die Entscheidung erleichtert den Zugang zu Behandlungen für Millionen Versicherte.
In Berlin hat der G-BA, der die Leistungen für 74 Millionen gesetzlich Krankenversicherte regelt, diese Regelung erlassen. Long-Covid-Patienten kämpfen oft mit hohen Kosten, da keine Medikamente offiziell für diese Erkrankung zugelassen sind.
Martin Walter, Klinikdirektor in Leipzig und Leiter der Task-Force Post-Covid der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, begrüßt den Schritt. „Eine Situation, in der bisher kein einziges Medikament gezielt empfohlen, zugelassen und erstattungsfähig zur Verfügung stand, obwohl in Teilen eine internationale Evidenzlage bestand und ein Einsatz in anderen Ländern bereits erfolgte“, sagte er gegenüber dem Science Media Center.
Walter betont den Bedarf: „Patientinnen und Patienten müssen nun nicht mehr auf teure und unfinanzierte wie unerforschte frei erhältliche Präparate zurückgreifen.“ Die Maßnahme adressiert ein Ärgernis in der Behandlung von Post-Covid-Beschwerden.