Die Bundesregierung hält am einheitlichen Strompreis fest, was Experten als Hindernis für die europäische Energiemarktintegration sehen. Bernd Weber vom Thinktank Epico warnt vor Verzögerungen beim Netzausbau. In Ländern wie Schweden wächst die Sorge vor steigenden Preisen.
Der einheitliche Strompreis in Deutschland gilt als ineffizient und verursacht hohe Kosten. Allein im vergangenen Jahr fielen Milliarden Euro an Ausgleichskosten für Netzbetreiber an.
Bernd Weber, Chef des Thinktanks Epico, sagte dem Handelsblatt: „Das Festhalten an der einheitlichen Strompreiszone schwächt die Bereitschaft zum schnellen Netzausbau mit Deutschland und droht zum Bremsklotz für die europäische Energiemarktintegration zu werden.“
Die EU-Kommission drängt seit Jahren auf mehrere Stromgebotszonen. Das Thema steht in Deutschland seit einigen Wochen wieder stärker im Fokus. Schweden und andere Länder befürchten, dass zusätzliche Verbindungen mit Deutschland hohen Preisdruck ins eigene Land bringen.