Michał Kiciński, Mitbegründer von GOG, hat den DRM-freien PC-Gaming-Store von CD Projekt Red übernommen und versprochen, die Kern-Anti-DRM-Politik beizubehalten. In einem kürzlichen Interview skizzierte er Pläne, die Plattform durch Ausrichtung auf Nischenmärkte trotz Konkurrenz von Steam wachsen zu lassen. Dieser Schritt sichert die Kontinuität des 18-jährigen Engagements von GOG für uneingeschränkten Spielzugriff.
Am Ende des Jahres 2025 verkaufte CD Projekt Red seinen PC-Gaming-Store GOG an Michał Kiciński, der die Plattform 2008 ursprünglich als Good Old Games mitbegründet hat. Der Store begann damit, klassische Titel ohne veraltete Digital Rights Management (DRM)-Software anzubieten, die legitime Spieler oft durch Installationsbeschränkungen, Disc-Anforderungen und obligatorische Online-Prüfungen behinderte. Im Laufe der Zeit erweiterte sich GOG auf neuere Releases, hielt aber an seiner Weigerung fest, DRM-geschützte Spiele zu verkaufen – eine Politik, die seit 18 Jahren besteht. Kiciński, der 13 Jahre lang von den Unternehmen ferngeblieben war, gewann die Übernahme in einem Bieterverfahren gegen einen ungenannten Rivalen. In einem Gespräch mit GI.biz betonte er das ungenutzte Potenzial von GOG und wischte Steam mit 80 % Marktanteil als Chance statt als Barriere beiseite. »Ich sehe riesige Chancen für das Wachstum von GOG«, sagte er. »Und manche könnten sagen, dass ein Konkurrent wie Steam mit 80 Prozent Marktanteil ein riesiges Hindernis ist, aber für mich ist es genau umgekehrt.« Statt Steam nachzuahmen, will GOG in bestimmten Bereichen glänzen, wie Klassikern und Titeln unabhängiger Entwickler, die DRM-freie Distribution akzeptieren. Beispiele sind Clair Obscur und Hollow Knight: Silksong, die gleichzeitig auf GOG und Steam erschienen. Im Rahmen des Deals bleiben Titel von CD Projekt Red, einschließlich der Serien Witcher 3 und Cyberpunk 2077, mindestens sechs Jahre länger auf GOG verfügbar. Die Anti-DRM-Philosophie bleibt zentral und wird von Kiciński als ethisch und praktisch beschrieben. »Es ist ein Kernwert von GOG, und es gibt keine Anzeichen, dass es in absehbarer Zeit sterben könnte«, sagte er zu GI.biz. Er kritisierte Branchenpraktiken unverblümt: »Die meisten Corporate-Leute treffen einfach dumme Entscheidungen.« Diese Haltung hält an inmitten anhaltender DRM-Debatten, in denen solche Systeme die Leistung digitaler Spiele beeinträchtigen, ohne Piraterie effektiv zu bekämpfen.