Der Staatsrat hat das Dekret zur 23,7 %-Erhöhung des Mindestlohns für 2026 vorläufig ausgesetzt, doch die Regierung und Gewerkschaftsvertreter wollen es aufrechterhalten. Präsident Gustavo Petro rief zu einer nationalen Mobilisierung am 19. Februar zur Verteidigung des vitalen Lohns auf. Fenalco warnte vor Risiken für über 700.000 formelle Arbeitsplätze.
Am 16. Februar 2026 begann die Konzertierungs-Kommission im Arbeitsministerium, um die Mindestlohnanpassung zu besprechen, einberufen vom Minister Antonio Sanguino auf Anweisung von Präsident Gustavo Petro. Diese Sitzung mit Regierung, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften folgt auf die vorläufige Aussetzung des Dekrets zur 23,7 %-Erhöhung, wodurch der Lohn bei 2 Millionen Dollar plus einer Transportsubvention von 249.095 Dollar bleibt. Sanguino beschrieb das Gespräch als flüssig und erklärte: 'de lado y lado de la mesa se encuentran en favor de mantener el incremento de 23,7% del salario mínimo'. Die Regierung bekräftigte ihr Engagement für einen vitalen und beweglichen Mindestlohn gemäß Verfassung und plant ein Übergangsdekret, während sie die Maßnahme gerichtlich verteidigt. Finanzminister Germán Ávila betonte, dass der vitale Lohn ein erworbener Recht ist und wirtschaftliche Analysen zur Antwort an den Staatsrat durchgeführt werden. Derweil warnte Jaime Alberto Cabal, Präsident von Fenalco, dass die Beibehaltung der 23,7 % über 700.000 formelle Jobs gefährden und würdevollen Beschäftigung für 13 Millionen informelle Arbeiter behindern würde. 'No es posible reabrir la discusión ni cambiar los parámetros técnicos establecidos', erläuterte Cabal, der auch Bedenken für über eine Million Mikro- und Kleinunternehmen äußerte, die 93 % des Wirtschaftsgefüges ausmachen und die Erhöhung nicht absorbiert werden könnte. Er fügte hinzu, dass die Erhöhung bereits die Inflation in Sektoren wie Transport, Essen außer Haus und Gesundheit beeinflusst. Petro widersprach in einer Fernsehansprache der Aussetzung durch den Staatsratsrichter Juan Camilo Zas Moreno und berief sich auf den Verfassungsgerichtsbeschluss C-815 von 1999, der den Arbeitsschutz priorisiert. Er rief zu Versammlungen am 19. Februar um 16 Uhr auf öffentlichen Plätzen zur Unterstützung des Vorschlags auf und betonte: 'la defensa de la medida no se limita a argumentos jurídicos o económicos, sino que también requiere la fuerza del pueblo trabajador'.