Der kenianische High Court hat eine Sammelklage von 299 Anwohnern gegen einen multinationalen britischen Ölkonzern zugelassen, dem die Entsorgung giftiger Abfälle in den 1980er Jahren vorgeworfen wird. Die Kläger bringen über 500 Todesfälle mit verseuchtem Trinkwasser in der Chalbi-Wüste in Verbindung. Die Klage richtet sich zudem gegen kenianische Regierungsministerien wegen Untätigkeit.
Der High Court fällte sein Urteil am 16. April 2026 und ermöglichte damit das Fortführen des im Februar beim Land and Environment Court in Isiolo eingereichten Verfahrens. Die Kläger behaupten, das Unternehmen habe während der Erdölsuche in den 1980er Jahren in der Nähe von Kargi und Kalacha in der Chalbi-Wüste gefährliche Materialien, darunter Radiumisotope, Arsen, Blei und Nitrate, in nicht ausgekleideten Gruben entsorgt oder ungeschützt zurückgelassen. Laut Gerichtsdokumenten hat die Kontamination Trinkwasserquellen vergiftet, Anwohner krank gemacht und Vieh getötet. Berichten zufolge sind mehr als 500 Einheimische an Krebs und anderen Krankheiten gestorben, die auf das verschmutzte Wasser zurückzuführen sind. Die Klage wirft den kenianischen Ministerien und Behörden für Umwelt, Wasser, Bergbau und Gesundheit vor, trotz vorliegender Beweise nicht gehandelt zu haben. Sie fordert eine Rechenschaftspflicht für jahrzehntelange Umweltschäden und gesundheitliche Folgen in der auf Grundwasser angewiesenen Region. Das Unternehmen hat sich bisher nicht öffentlich geäußert; Kontaktversuche blieben unbeantwortet. Das Gerichtsverfahren wird im Mai mit weiteren Anhörungen und der Beweisaufnahme fortgesetzt.