Das Innenministerium hat Daten veröffentlicht, die soziale Medien als Hauptfaktor für den Anstieg von Mob-Justiz-Fällen in ganz Kenia ausweisen. Kabinettssekretär Kipchumba Murkomen erklärte, dass grafische Videos von 'Sofort-Justiz', die auf Plattformen zirkulieren, Nachahmungsdelikte auslösen und Gewalt als Streitbeilegungs-methode normalisieren. Die Regierung plant Aufklärungs-kampagnen und Polizeischulungen, um das Problem anzugehen.
In einem offiziellen Dokument mit dem Titel „Frage Nr. 004: Zunahme von Mob-Justiz-Vorfällen im ganzen Land“, als Reaktion auf Bedenken des Kisumu-Senators Tom Ojienda, hat das Innenministerium soziale Medien als wesentlichen Faktor für den Anstieg von Lynchjustiz identifiziert. Kabinettssekretär Kipchumba Murkomen wies darauf hin, dass die Verbreitung grafischer Inhalte und 'Sofort-Justiz'-Videos auf Plattformen Nachahmungen fördert und Gewalt als normale Streitbeilegung darstellt. „Die Verbreitung von kriminalitätsbezogenen Inhalten und 'Sofort-Justiz'-Videos auf sozialen Medien-Plattformen löst Nachahmungstaten aus und normalisiert Gewalt als Streitbeilegungsmechanismus“, sagte Murkomen.ننDer Bericht detailliert, dass die Grafschaft Kiambu mit 90 Fällen am meisten betroffen war, gefolgt von Nairobi mit 85, während Kisumu, Nairobi und Kakamega zu den stärksten betroffenen gehörten. Marsabit, Taita Taveta und Tana River meldeten jeweils nur einen Fall. Über 500 Mob-Justiz-Vorfälle haben Todesopfer gefordert, laut den Daten.ننNeben sozialen Medien hob Murkomen ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Justizsystem hervor, wobei Gemeinschaften Gerichte als langsam, voreingenommen oder unwirksam betrachten. „Die Freilassung von Verdächtigen verstärkt diese Sicht oft und veranlasst Gemeinschaften, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen“, fügte er hinzu. Faktoren wie Drogenmissbrauch, Armut und Jugendarbeitslosigkeit spielen eine Rolle, ebenso Fehlidentifikationen und falsche Anschuldigungen, bei denen einige Opfer unschuldig waren.ننZur Bekämpfung des Trends startet die Regierung Aufklärungskampagnen gegen kriminelle Banden, verbessert die Polizeiausbildung im Umgang mit Menschenmengen und führt kostenlose Hotlines für schnelle Meldungen ein. Das Dokument betont, dass soziale Medien das Problem verstärken, Technologie jedoch auch helfen kann, es zu mildern.