In Paris wurde eine Voruntersuchung gegen den Sänger Patrick Bruel eingeleitet, nachdem am 12. März eine Anzeige wegen sexueller Nötigung und versuchter Vergewaltigung erstattet wurde. Der mutmaßliche Vorfall ereignete sich im November 1997 während eines Filmfestivals in Mexiko. Damit laufen in Frankreich nun zwei Ermittlungsverfahren gegen den Künstler.
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen dem 1. Bezirk der Pariser Kriminalpolizei übertragen. Die Klägerin, Daniela Elstner, die derzeitige Geschäftsführerin von Unifrance, wirft Patrick Bruel einen Übergriff vor, der sich vor fast 30 Jahren beim französischen Filmfestival in Acapulco ereignet haben soll. Sie war damals 26 Jahre alt und arbeitete als Assistentin für die Organisation zur Förderung des französischen Kinos.
Die Anwältin von Daniela Elstner, Jade Dousselin, begrüßte die rasche Einleitung der Ermittlungen. „Wir können die schnelle Aufnahme dieser Voruntersuchung nach der Anzeige von Daniela Elstner nur begrüßen“, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Sie fügte hinzu, dass ihre Mandantin vollumfänglich kooperieren werde, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Unterdessen läuft in Saint-Malo eine Untersuchung wegen Vergewaltigung nach einer Anzeige vom 30. September 2024. Dabei geht es um mutmaßliche Ereignisse im Oktober 2012 beim Dinard British Film Festival, bei dem Patrick Bruel den Vorsitz führte. Der Anwalt des Sängers, Christophe Ingrain, lehnte eine Stellungnahme ab.
Am 18. März bestritt Patrick Bruel über seinen Anwalt, jemals jemanden zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Frühere Untersuchungen zu ähnlichen Vorwürfen, darunter Fälle mit Masseurinnen in den Jahren 2019 und 2020, wurden eingestellt.