Tariq Ramadan in Abwesenheit zu 18 Jahren Haft wegen Vergewaltigung verurteilt; verbleibt in Schweizer Klinik

Ein Pariser Strafgericht verurteilte am 25. März den 63-jährigen Islamgelehrten Tariq Ramadan, Enkel des Muslimbruderschaftsgründers Hassan al-Banna, in Abwesenheit zu 18 Jahren Haft wegen der Vergewaltigung von drei Frauen. Trotz eines Haftbefehls befindet er sich weiterhin in der Nähe von Genf in psychiatrischer Behandlung in der Clinique du Grand-Salève. Das Strafmaß beinhaltet acht Jahre sozio-gerichtliche Aufsicht sowie ein lebenslanges Einreiseverbot für französisches Territorium.

Das Pariser Strafgericht fällte am 25. März 2026 sein Urteil gegen Tariq Ramadan, gegen den seit dem 2. März in Abwesenheit wegen Vergewaltigungen an drei Frauen verhandelt wurde: Christelle in Lyon im Oktober 2009 (unter Anwendung von Gewalt gegen eine schutzbedürftige Person), Henda Ayari in Paris im Jahr 2012 und eine dritte Frau im Jahr 2016. Der 63-jährige Prediger, Enkel von Hassan al-Banna, dem Gründer der Muslimbruderschaft, war unter Berufung auf einen Multipler-Sklerose-Schub und einen Krankenhausaufenthalt in der Schweiz trotz gerichtlicher Auflagen abwesend. Ein ärztliches Attest bescheinigte ihm einen Zustand der 'Erschöpfung der Lebensenergie', doch eine neurologische Untersuchung vom 6. März ergab laut der vorsitzenden Richterin Corinne Goetzmann eine 'Stabilität ohne aktuellen Schub'. Der Prozess wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt und ein sofortiger Haftbefehl erlassen.

Verteidiger, darunter Me Ouadie Elhamamouchi, bezeichneten den Prozess als 'Justizfarce' und verließen den Gerichtssaal unter Hinweis auf 'justizielle Schikane'. Die Staatsanwaltschaft konterte, dass Ramadan 'alle Mittel nutzt, um einem Erscheinen zu entgehen'. Der Anwalt der Opfer, Me David-Olivier Kaminski, wertete dies als Flucht. Die Richter beschrieben die Gewalteinwirkungen, darunter das 'Festhalten der Hände und das gewaltsame Drücken des Kopfes, das Körpergewicht, irrer Blick, Worte der Dominanz'. Ramadan bestritt die Beziehungen zunächst, räumte später jedoch 'einvernehmliche' raue Begegnungen ein. Eine vierte Klägerin und der Vorwurf der 'Ausnutzung einer Zwangslage' (emprise) wurden vom Berufungsgericht fallen gelassen.

Im September 2024 verurteilten ihn Schweizer Gerichte zu drei Jahren Haft (davon eines unbedingt) wegen einer Vergewaltigung in Genf im Jahr 2008, wogegen Berufung eingelegt wurde.

Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren, acht Jahre sozio-gerichtliche Aufsicht (mit Kontaktverbot zu den Opfern und Verbot diesbezüglicher Publikationen), zehn Jahre Entzug der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte sowie ein dauerhaftes Einreiseverbot für Frankreich.

Anfang April befindet sich Ramadan weiterhin in der Clinique du Grand-Salève in der Nähe von Genf in psychiatrischer Behandlung. Ein Unterstützerkonto auf X verglich den Fall mit der Dreyfus-Affäre: «Es gab die Dreyfus-Affäre. Heute gibt es die Ramadan-Affäre... Sollen wir das zulassen?»

Verwandte Artikel

Rima Hassan speaks defiantly at press conference, denouncing judicial harassment after custody.
Bild generiert von KI

Rima Hassan denounces 'judicial harassment' at press conference after custody

Von KI berichtet Bild generiert von KI

La France insoumise MEP Rima Hassan held a press conference on April 3, denouncing 'judicial political harassment' following her April 2 custody in Paris for suspected apology of terrorism over a March 26 X post. Substances including legal CBD and synthetic drug 3MMC were found in her bag; she faces trial on July 7.

Hicham Harb, a 72-year-old Palestinian suspected of supervising the 1982 antisemitic attack on Rue des Rosiers in Paris, was placed in pre-trial detention on Friday after extradition to France. Arrested by Palestinian authorities in September 2025, he had been subject to an arrest warrant since 2015. The National Counter-Terrorism Prosecutor's Office announced his upcoming appearance before a special anti-terrorism assizes court.

Von KI berichtet

Paris correctional court on Friday convicted five people for cyberharassing Sophie Djigo, a philosophy teacher targeted after planning a school trip to a migrant camp. Sentences reached eight months suspended prison, with sensitization courses.

The Corrèze Assize Court sentenced Lucas Larivée to 30 years in prison, with a 20-year safety period, for the rape and murder of Justine Vayrac, which occurred in October 2022 after a night out at a nightclub in Brive-la-Gaillarde.

Von KI berichtet

A leisure centre animator in Tours is suspected of raping a three-year-old girl in February and March 2026, Public Prosecutor Catherine Sorita-Minard announced. The man, born in 1988 and unknown to judicial services, has been placed under assisted witness status. Investigations continue to check for other possible victims.

Franco-Algerian writer Boualem Sansal, pardoned after a year in Algerian prison, announced on Saturday his intent to sue President Abdelmadjid Tebboune. He spoke at the Political Book Day event at the National Assembly. He states that the procedure has already been initiated.

Von KI berichtet

A 36-year-old man has been arrested after violently assaulting a 48-year-old French nun on Tuesday afternoon near David's Tomb on Mount Zion in Jerusalem. Israeli police placed him in custody, investigating all possible motives, including a nationalist one. The victim, lightly injured but shocked, was protected by an Israeli tourist.

 

 

 

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen