Das Schwurgericht von Isère hat den 34-jährigen Ouadia Kaouass wegen einer Verfolgungsjagd in Grenoble im Jahr 2022, bei der seine 18-jährige Freundin durch Polizeischüsse ums Leben kam, zu zwölf Jahren unbedingter Haft verurteilt. Der marokkanische Staatsbürger wurde in mehreren Anklagepunkten für schuldig befunden, jedoch vom Vorwurf des versuchten Mordes an vier Polizisten freigesprochen. Das Strafmaß bleibt hinter den von der Staatsanwaltschaft geforderten zwanzig Jahren zurück.
Ouadia Kaouass musste sich eine Woche lang wegen versuchten Mordes an einem Amtsträger nach einer wilden Verfolgungsjagd im Oktober 2022 in Grenoble vor Gericht verantworten. Er war mit seiner Freundin im Auto unterwegs, entzog sich einer Polizeikontrolle, fuhr unter Drogeneinfluss und führte eine tödliche Waffe mit sich. Während der Flucht gab er laut Staatsanwalt Étienne Manteaux mehrere Warnschüsse ab und versuchte, einen Polizisten zu überfahren.
Da die Polizei nichts von der Beifahrerin wusste, erwiderte sie das Feuer und traf die junge Frau in einer Sackgasse tödlich am Hals. Kaouass, der bereits ein Dutzend Vorstrafen hatte, wurde vom Vorwurf des versuchten Mordes freigesprochen, jedoch in den übrigen Anklagepunkten für schuldig befunden. Bei der Urteilsverkündung blieb der Angeklagte in seiner gläsernen Kabine ruhig; von der Öffentlichkeit, zu der auch etwa fünfzehn als Nebenkläger auftretende Polizisten gehörten, war keine Reaktion zu vernehmen.
Die Untersuchung der IGPN zum Tod der jungen Frau wurde von der Staatsanwaltschaft ohne weitere Maßnahmen eingestellt. Ein weiteres gerichtliches Ermittlungsverfahren läuft noch, in dem die Polizisten als Zeugen mit Rechtsbeistand geführt werden.