Der Europaabgeordnete Jonas Sjöstedt (V) schließt sein X-Konto mit über 135.600 Followern als Protest gegen den Eigentümer Elon Musk. Er hält die Plattform für zunehmend rechtsextrem und duldet schädliche Inhalte. Sjöstedt fordert die EU auf, X und Meta wegen ihrer Rolle bei der Polarisierung zu untersuchen.
Jonas Sjöstedt, Mitglied des Europaparlaments für die Linkspartei, nutzt X seit 2011, um eine Gefolgschaft von über 135.600 Personen aufzubauen. Nun entscheidet er sich, die Plattform in einem sich allmählich ausbreitenden Protest gegen ihre Entwicklung unter der Leitung von Elon Musk zu verlassen. Sjöstedt beschreibt, wie X früher eine offene Arena mit guter Atmosphäre, Humor und gegenseitiger Hilfe bei allem von Film-Tipps bis Kochen war. Doch allmählich haben Hass und Unterstützer der Schwedendemokraten die Oberhand gewonnen, sodass vernünftige Debatten fast unmöglich sind. „Elon Musk hat die Algorithmen so steuern lassen, dass sie die extreme Rechte begünstigen. Er ist selbst ein erklärter Unterstützer der AfD in Deutschland, zum Beispiel“, sagt Sjöstedt. Der entscheidende Faktor war, als X KI-generierte Bildmanipulationen erlaubte, einschließlich sexualisierter Bilder von Minderjährigen. „Es lässt sich nicht rechtfertigen, auf einer solchen Plattform zu bleiben“, erklärt er. Sjöstedt kritisiert auch Musks wachsenden Einfluss: „Elon Musk ist eine Person, die durch ihr Vermögen bei Weitem zu viel Macht hat. Er hat sich auch radikalisiert und ist in seinen Ansichten zunehmend verschwörungstheoretisch und rechtsextrem geworden.“ Bisher war X ein wertvolles Werkzeug für Politiker, um Meinungen zu verschiedenen Themen zu teilen. Sjöstedt glaubt, dass wenn mehr Journalisten gehen, Politiker folgen werden. „Dann glaube ich bald sind nicht mehr viele übrig“, sagt er. Er möchte, dass die EU sowohl X als auch Meta untersucht, um zu klären, ob sie rechtsextreme Parteien begünstigt und Polarisierung in der Gesellschaft befeuert haben.