Untersuchung von TV4 News enthüllt, dass das Medienunternehmen der Sozialdemokraten AIP politisch einseitige Websites und Social-Media-Konten betreibt, ohne klare Parteizugehörigkeit. Die Moderaten bezeichnen es als „Trollfabrik“ und werfen der Partei Manipulation vor. AIP wehrt sich mit der Behauptung redaktioneller Unabhängigkeit und offengelegtem Eigentum.
Am 24. November 2025 veröffentlichte TV4 News eine Untersuchung, die zeigt, wie das vollständig parteieigene Medienunternehmen AIP Media der Sozialdemokraten Seiten wie Politikkollen und Meme-Konten wie „Jävla Uland“ betreibt. Der Inhalt ist politisch einseitig, aber der Link zu den Sozialdemokraten erfordert oft mehrere Klicks, um sichtbar zu werden, so der Bericht. AIP kauft zudem Verteilung auf Instagram und Facebook, um das Verbot politischer Werbung durch Meta zu umgehen.
Die Moderaten haben die Operation scharf kritisiert. Parteisekretärin Karin Enström nannte es die „eigene Trollfabrik der Sozialdemokraten“ und bezeichnete es als „Manipulation“ statt offener Debatte. Minister Carl-Oskar Bohlin (M) griff die Partei in SVTs Aktuellt hart an und sagte: „Die Sozialdemokraten haben keine Scham, wenn es um den Standard geht, den sie für ihr eigenes Handeln setzen.“ Er verwies auf die frühere Kritik der Sozialdemokraten an den „Trollfabriken“ der Schwedendemokraten.
Weitere Kritik richtete sich gegen „Jävla Uland“, das beschuldigt wird, mit einem Konto zusammenzuarbeiten, das Antisemitismus verbreitet, einschließlich Spott über den 7. Oktober und Vergleiche mit den nazistischen SS. Der Jüdische Jugendverband schrieb auf X: „Das sind nicht die Freunde, die die Sozialdemokraten wollen.“ Bohlin warf dem Konto Partnerschaft mit schweren antisemitischen Inhalten vor.
AIP-Geschäftsführer Daniel Färm weist die Vorwürfe zurück. „Wir haben redaktionelle Unabhängigkeit; wir sind für den Inhalt verantwortlich“, sagt er. Zum Antisemitismus: „Wir haben nie mit ihnen gesprochen... Hätten wir es früher bemerkt, hätten wir sie nie getaggt.“ Parteisekretär Tobias Baudin betont, dass die Partei nicht in AIPs Entscheidungen eingreift und der Absender klar ist. Er winkt Bohlins Angriffe als unwichtig ab.