Der Gouverneur der südafrikanischen Zentralbank, Lesetja Kganyago, hat gewarnt, dass der Krieg im Nahen Osten aufgrund steigender Öl- und Düngemittelkosten zu höheren Kraftstoff- und Lebensmittelpreisen führen wird. Er äußerte sich dazu am Rande der Frühjahrstagung des IWF und der Weltbank in Washington D.C. Die Auswirkungen werden voraussichtlich im weiteren Verlauf des Jahres in der Wirtschaft zu spüren sein.
Zentralbankgouverneur Lesetja Kganyago erklärte, dass der Krieg im Nahen Osten die Ölpreise erheblich beeinflusst habe, was zu höheren inländischen Kraftstoffkosten für südafrikanische Verbraucher führe.
Während der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington D.C. erläuterte Kganyago, dass höhere Ölpreise den Agrarsektor, insbesondere durch den Dieselverbrauch, sowie die breitere wirtschaftliche Distribution beeinträchtigen. Er merkte an, dass Zentralbanken solche Schocks in der Regel ignorieren, sofern keine Anzeichen für einen breiteren Preisanstieg erkennbar sind.
Der Gouverneur hob hervor, dass der Ölpreisschock durch steigende Düngemittelkosten verschärft werde, da die Produktion energieintensiv sei und Südafrika stark von Importen abhänge. „Düngemittel sind für den Feldbau sehr wichtig“, sagte Kganyago. „Wir haben es nicht nur mit einem Ölpreisschock zu tun; wir müssen auch den Schock durch die Düngemittelpreise bewältigen, und das schlägt sich direkt in der Lebensmittelpreisinflation nieder.“
Südafrika befindet sich derzeit außerhalb der Pflanzsaison, daher werden die Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise für einen späteren Zeitpunkt im Jahr erwartet. Kganyago erwähnte Berichte, wonach die Straße von Hormus für den kommerziellen Verkehr wieder geöffnet wurde, vorausgesetzt, der Waffenstillstand hält. Die Zentralbank beobachtet die Daten weiterhin angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit durch den Konflikt.