La France Insoumise hat am Freitag einen zentralen Artikel aus dem Kinderschutzgesetz streichen lassen. Die Maßnahme sah lebenslange Haftstrafen für Serienvergewaltigungen an unter 15-Jährigen vor.
Die LFI-Abgeordnete Gabrielle Cathala begründete diese Haltung unter Berufung auf Robert Badinter. Sie erklärte, das Fehlen jeglicher Perspektive motiviere die verurteilte Person weder zur Besserung noch erleichtere es die Wiedereingliederung. Linke und grüne Fraktionen stimmten für die Streichung des Artikels. Sie betrachteten den Gesetzentwurf als zu stark auf Repression fokussiert und kritisierten ein Defizit bei der Rückfallprävention. Abgeordnete der Mitte und des rechten Spektrums äußerten sich empört. Der Renaissance-Senator Xavier Iacovelli argumentierte, dass Kinder Schutz bräuchten und keine politische Inszenierung. Der LR-Europaabgeordnete François-Xavier Bellamy bezeichnete den Schritt als „absoluten Wahnsinn“. Ministerin Aurore Bergé kündigte für Dienstag eine erneute Abstimmung an. Dabei verwies sie auf den Fall Joël Le Scouarnec, der für 299 Vergewaltigungen an Minderjährigen zu zwanzig Jahren Haft verurteilt worden war.