Beliebte Fortnite-Content-Creator setzen junge Frauen in Werbevideos für Custom Maps ein, oft ohne ihre Rollen zu klären, was zu Fehlvorstellungen darüber führt, wer den Inhalt entwickelt hat. Diese Praxis löst Frustration bei weiblichen Creatorinnen aus, die meinen, sie untergräbt ihre Sichtbarkeit und Chancen. Ein GamesBeat-Bericht beleuchtet, wie Studios wie Pandvil und Team Hive die Grenzen zwischen Entwicklern und Sprecherinnen in ihrem Marketing verwischen.
User-generierter Content ist zu einem Eckpfeiler von Fortnite geworden, dem Battle-Royale-Titel von Epic Games, wobei einige Custom Maps Zehntausende von Spielern anziehen und sogar offizielle Modi in der Beliebtheit übertreffen. Creator verdienen erhebliche Einnahmen über Epics Zahlungssystem, das auf Spielzeit und Spielerbindung basiert – einige sollen Millionen mit viralen Maps machen. Die wettbewerbsintensive Creator-Ökonomie hat jedoch zu kontroversen Marketingtaktiken geführt. Eine GamesBeat-Untersuchung zeigt, dass von Männern geführte Studios junge Frauen häufig in Social-Media-Videos und -Posts einsetzen, um neue Maps und Modi zu bewerben, ohne immer offenzulegen, ob diese Frauen die eigentlichen Entwicklerinnen oder nur Sprecherinnen sind. Das nährt bei Zuschauern den Eindruck, dass die Frauen die Creatorinnen hinter dem Content sind. Ein prominentes Beispiel ist Pandvil, ein stark gefolgter Fortnite-Creator. Online-Posts stellen Pandvil oft als junge Frau dar, inklusive Memes, die über Fans spotten, die das Geschlecht des Creators entdecken. Quellen, die mit der Sache vertraut sind, sagten GamesBeat jedoch, dass Pandvil ein Mann ist und die in Videos auftretende Frau die Social-Media-Managerin des Studios ist. Ähnliche Praktiken gibt es bei Team Hive und UNC Creative, wo Frauen in Werbematerialien nicht die Map-Creator sind; Hive beschäftigt offen Frauen für Marketing-Rollen. Die Nutzung von Frauen im Spielmarketing ist nicht neu, doch die intimen, parasozialen Dynamiken online Creator-Räume verstärken das Problem. Weibliche Island-Creatorinnen äußerten gegenüber GamesBeat Bedenken, dass diese Strategie Medienaufmerksamkeit, Brand-Deals und Spieler von ihrer Arbeit abzieht und ihre Einnahmen schadet. Mackenzie Bell, Mitgründerin von Alliance Studios, plädiert für systemische Veränderungen statt individueller Schuldzuweisungen. „Es geht weniger darum, einzelne Creator oder Teams anzuprangern, sondern um die Lösung systemischer Probleme insgesamt“, sagte Bell zu GamesBeat. Sie schlägt vor, dass Epic die Entdeckungstools verbessert, faire Auszahlungen sicherstellt und diverse Stimmen unterstützt, um die Abhängigkeit von irreführenden Taktiken zu verringern: „Wenn sich Plattform und Creator-Ökonomie besser ausbalancieren, mit stärkeren Entdeckungstools, gerechteren Auszahlungen und Unterstützung für diverse Stimmen, dann müssten Creator nicht so unter Druck stehen, auf potenziell irreführendes Marketing auszuweichen, nur um zu überleben.“