Videospielentwickler setzen zunehmend KI für Sprechrollen ein, was zu Rückschlägen von Sprechern und Gewerkschaften führt, die um Existenzsicherung und Ethik besorgt sind. Aktuelle Beispiele sind Arc Raiders von Embark Studios und Let it Die: Inferno von Supertrick Games, wo KI beiläufige Dialoge oder Charakterstimmen generierte. SAG-AFTRA und Equity fordern Einwilligung, faire Vergütung und Regulierungen zum Schutz der Darsteller.
Hintergrund zur KI im Gaming-Sprech
Die Integration von KI-Technologie in die Videospielentwicklung wirft erhebliche ethische und finanzielle Bedenken bei Synchronsprechern auf. Nach dem SAG-AFTRA-Streik, der im Sommer 2024 endete, enthalten neue Verträge Schutzmaßnahmen gegen unbefugte KI-Replikation von Stimmen. Dennoch experimentieren Studios weiter mit der Technologie für Effizienz und Kreativität.
Aktuelle Beispiele
Im Dezember 2024 enthüllte Supertrick Games, dass generatives KI für zwei Charakterstimmen in Let it Die: Inferno verwendet wurde, wobei betont wurde, dass diese nicht auf menschlichen Darstellern basierten, um Copyright-Probleme zu vermeiden. Ähnlich nutzte Embark Studios KI-Text-to-Speech für unwesentliche NPC-Dialoge in Arc Raiders, wobei menschliche Sprecher das System trainierten und einwilligungsbasierte Vergütung erhielten. Dieser Ansatz wurde auch im früheren Titel The Finals eingesetzt, um repetitive Zeilen ohne vollständige Aufnahmen zu handhaben.
Embarks Chefkreativdirektor Stefan Strandberg merkte zuvor an, dass KI den Umfang des Spiels in mühsamen Bereichen erweitert, während menschliche Elemente für dynamische Leistungen erhalten bleiben. Kritiker argumentieren jedoch, dass sie die Nuancen untergräbt, die nur Sprecher bieten können.
Reaktion der Gewerkschaften
Duncan Crabtree-Ireland von SAG-AFTRA hob Anforderungen an gleichwertige Vergütung für KI-Repliken hervor, mit Sätzen bis zu 750 Prozent der Standardgebühren – rund 8.512,50 $ für einen Tagessprecher. Die Gewerkschaft setzt sich für gesetzliche Rechte zur Kontrolle von Ähnlichkeit und Stimmennutzung ein, auch außerhalb gewerkschaftlicher Rahmen.
In Großbritannien wies Shannon Sailing von Equity auf variable Vergütungen durch fehlende Vereinbarungen hin und nannte KI eine 'minderwertige Erfahrung' ohne emotionale Authentizität. Beide Gewerkschaften betonen Einwilligung, Transparenz und faire Entlohnung bei wachsender KI-Nutzung.
Sichten von Studios und Sprechern
Chris Donnelly von Audio-Studio Side UK erkannte die Unausweichlichkeit von KI für immersive Welten mit vielen NPCs an, betonte aber ethische Schranken und 'Mensch im Loop'-Richtlinien zur Qualitätssicherung.
Sprecher wie Jennifer Hale (Mass Effect) forderten Vergütung und Gewerkschaftsunterstützung, um Unterpreisung zu verhindern und menschliche Leistungen als Qualitätsmerkmal zu sehen. Alix Wilton Regan (Tomb Raider) bezeichnete den KI-Einfluss als 'katastrophal' mit schrumpfenden Jobmärkten, Colin Ryan (Final Fantasy 14) kritisierte sie als Kostensenkungsmaßnahme, die Einstiegschancen schadet.
Gegen KI-Missbrauch startete Wilton Regan mit TIVA ein Hörbuch-Projekt mit Anti-KI-'Giftpille' und Sprechern wie Hale und Ashly Burch, um menschlichen Wert zu demonstrieren.
Insgesamt bietet KI Entwicklungskürzel, doch die Branche steht vor Forderungen nach Regulierung, um kreative Berufe vor fortschreitender Technologie zu schützen.