Die argentinische Regierung unter Javier Milei drängt auf die Privatisierung von sechs Staatsunternehmen, um Dollar zu beschaffen und die Reserven zu stärken, obwohl vier von ihnen das Jahr 2025 mit finanziellen Überschüssen beendeten. Die Staatsunternehmen erzielten im vergangenen Jahr insgesamt einen Überschuss von 903 Milliarden Dollar, trotz eines operativen Defizits.
Die argentinische Regierung unter Javier Milei treibt gemeinsam mit Wirtschaftsminister Luis Caputo einen Privatisierungsplan für staatliche Unternehmen voran, um Dollarzuflüsse zu generieren und die internationalen Reserven angesichts des begrenzten Zugangs zu externen Krediten zu stärken. Bilanzen des Wirtschaftsministeriums zeigen, dass öffentliche Unternehmen das Jahr 2025 mit einem Finanzüberschuss von 903 Milliarden Dollar abschlossen, ein Rückgang von 19,1 % gegenüber 1,1 Billionen Dollar im Jahr 2024. Sie verzeichneten ein operatives Defizit von 1,3 Billionen Dollar, das hauptsächlich durch Enarsa und den Betreiber der Personenzüge verursacht wurde, die jeweils operative Verluste von über 1 Billion Dollar aufwiesen. AySA, Aerolíneas Argentinas und Correo Argentino wiesen operative Überschüsse aus. Zu den betroffenen Unternehmen zählen Energía Argentina (Enarsa), Intercargo, Corredores Viales, Belgrano Cargas y Logística sowie AySA. Vier Unternehmen erzielten finanzielle Überschüsse: Enarsa (324 Milliarden Dollar), AySA (operativer Überschuss 237 Milliarden Dollar, aber Finanzdefizit 18 Milliarden Dollar), Intercargo (30 Milliarden Dollar), Corredores Viales (39,6 Milliarden Dollar) und Nucleoeléctrica Argentina (90,3 Milliarden Dollar). Belgrano Cargas wies ein Finanzdefizit von 41 Milliarden Dollar auf. Regierungsvertreter argumentieren, dass Privatisierungen trotz der jüngsten finanziellen Verbesserungen bei einigen Unternehmen kurzfristig Dollar bereitstellen und die Effizienz unter privater Führung steigern werden. Ausschreibungsverfahren sind in Fällen wie Corredores Viales bereits im Gange.